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Landesweite Proteste : Rund 6000 Metaller im Warnstreik

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Mit ersten Warnstreiks in Schleswig-Holstein hat die Gewerkschaft IG Metall den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. Rund 6000 Beschäftigte legten die Arbeit nieder.

shz.de von
erstellt am 05.Mai.2013 | 09:38 Uhr

Kiel | Im Tarifkonflikt der norddeutschen Metallindustrie hat es am Freitag in Schleswig-Holstein erste Warnstreiks gegeben. "Wir brauchen bis Mitte Mai einen Tarifabschluss", forderte der Kieler Gewerkschafts-Geschäftsführer Peter Seeger am Rande einer Kundgebung vor den Toren des Schiffstechnik-Konzerns Raytheon Anschütz in Kiel. Dort hatten gut 100 Beschäftigte die Arbeit vorzeitig niedergelegt.
Landesweit beteiligten sich an den Protesten nach Gewerkschaftsangaben mehr als 6000 Mitarbeiter aus 32 Betrieben. In Kiel waren unter anderem der Rüstungskonzern Rheinmetall Landsystems, die Werft Abu Dhabi Mar, Caterpillar, Vossloh sowie bei Sauer Danfoss in Neumünster betroffen. Auch Mitarbeiter der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft sowie die Kröger-Werft in Audorf legten ihre Arbeit vorzeitig nieder. Im Bereich Unterelbe gab Warnstreiks unter anderem bei Peters Schiffbau und Hansa Ventilatoren.

"Das Angebot ist in keiner Weise akzeptabel"


Am 13. Mai wollen die beiden Tarifparteien in Bremen zur dritten Verhandlungsrunde für die rund 140.000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie zusammentreffen. "Wir sind nicht in einer Krise", sagte der Kieler Gewerkschaftschef Seeger. 80 Prozent der Betriebe in Deutschland machten Gewinne. Deshalb sei die Forderung der IG Metall von 5,5 Prozent mehr Geld bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten berechtigt.
Die Arbeitgeber bieten dagegen Einkommenssteigerungen in Höhe von 2,3 Prozent bei einer Laufzeit von 13 Monaten. Sie soll allerdings erst zum 1. Juli greifen. Weil der Tarifvertrag aber bereits von Mai an gelten solle, sei dies nur eine reale Lohnsteigerung um 1,9 Prozent, sagte Seeger. "Das Angebot ist deshalb in keiner Weise akzeptabel." Dies werde die Gewerkschaft nicht unterschreiben.

"Dann werden wir wieder auf die Straße gehen"


Parallel zu den Aktionen im Norden gab es am Freitag auch Warnstreiks im nordwestlichen Niedersachsen und in Bremen. "Wir erwarten ein neues, deutlich besseres Angebot von den Arbeitgebern. Nur so können sie verhindern, dass sich der Konflikt verschärft", sagte IG-Metall-Bezirksleiter Meinhard Geiken auf einer Kundgebung vor 450 Beschäftigten im niedersächsischen Varel.
Am Montag und Dienstag sind weitere Warnstreiks in Lübeck sowie im nordwestlichen Niedersachsen geplant. Am Dienstag sind mehrere tausend Beschäftigte zu einem ganztägigen Warnstreik in Hamburg aufgerufen. In drei Demonstrationszügen wollen die Beschäftigten zum Spielbudenplatz ziehen, wo die zentrale Kundgebung mit Bezirksleiter Geiken geplant ist.
Für den Fall, dass es auch bei der dritten Verhandlungsrunde in Bremen zu keiner Einigung kommen sollte, drohe eine Urabstimmung über Streiks, sagte Seeger. Unterstützung erhielt er vom Betriebsratsvorsitzenden von Raytheon Anschütz, Norbert Wiedemann. "Dann werden wir wieder auf die Straße gehen", sagte er.
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