zur Navigation springen

Zahlen für September : Rückgang der Arbeitslosigkeit in SH: „Wir haben einen Herbstaufschwung“

vom

„Ungebrochen hohe Dynamik“: Auch in Hamburg ist die Arbeitslosigkeit zum Herbstbeginn auf dem Rückzug.

Kiel/Hamburg | Der Herbstaufschwung sorgt für kräftige Belebung auf dem Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein. Die Zahl der Arbeitslosen sank im September deutlich - sowohl gegenüber dem August als auch gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt waren nach Angaben der Agentur für Arbeit vom Mittwoch 94.300 Menschen ohne festen Job. Das waren 3600 Arbeitslose oder 3,6 Prozent weniger als im August. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl um 1400 oder 1,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag im September bei 6,2 Prozent - nach 6,4 Prozent vor einem Jahr.

„Wir haben einen kräftigen Herbstaufschwung. Es läuft rund“, sagte die Leiterin der Arbeitsagentur im Norden, Margit Haupt-Koopmann. Dieser falle aktuell einen „Tick größer aus als im Schnitt der vergangenen drei Jahre. Es läuft derzeit in die richtige Richtung.“ Nach der Sommerpause hätten viele Betriebe verstärkt Personal eingestellt. Möglicherweise werde die Zahl der Menschen ohne Job im Jahresschnitt deshalb erstmals seit 22 Jahren wieder unter 100.000 liegen.

Besonders erfreulich ist die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit. Im Vergleich zum Vormonat waren im September bei den unter 25-Jährigen 2000 oder 16,5 Prozent weniger ohne festen Job. Wer gut ausgebildet sei, finde angesichts des Fachkräftemangels nach seiner Ausbildung häufig schnell eine Stelle, sagte Haupt-Koopmann. „Die Betriebe haben im September zugegriffen und eingestellt.“ Die Unternehmen fragen laut Arbeitsagentur spürbar mehr nach Arbeitskräften nach als im Vorjahr. „Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist weiterhin angestiegen“, sagte Haupt-Koopmann. Seit Jahresbeginn wurden den Vermittlern 51.900 entsprechende Stellen gemeldet. Das waren 3,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Haupt-Koopmann glaubt, dass sich die gute Entwicklung fortsetzen wird. „Ich sehe aktuell keine Anzeichen dafür, dass sich an der positiven Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage im Vorjahresvergleich etwas ändern wird. Insbesondere im Handel, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Bereich der unternehmensnahen Dienstleistungen gibt es derzeit zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten.“

Schleswig-Holsteins Arbeitsminister Reinhard Meyer (SPD) betrachtet vor allem die Lage der Ausländer auf dem Arbeitsmarkt mit Sorge. „Angesichts der Flüchtlingssituation in Deutschland und in Schleswig-Holstein wird sich die bereits ohnehin schwierige Situation der Ausländer auf dem Arbeitsmarkt in den Werten der Ausländerarbeitslosigkeit vermehrt widerspiegeln“, sagte er. Mit einem spürbaren Anstieg der Ausländerarbeitslosigkeit um 15,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ließen sich bereits erste Auswirkungen erkennen.

Unter den Kreisen hatte im September Stormarn mit 3,6 Prozent die niedrigste und Dithmarschen mit 6,8 Prozent die höchste Arbeitslosenquote. Unter den kreisfreien Städten gab es in Flensburg mit 9,6 Prozent den geringsten Wert, in Kiel mit 10,2 Prozent den höchsten.

Auch der Hamburger Arbeitsmarkt erlebt einen Aufschwung. Im September waren in der Hansestadt 72.139 Arbeitslose gemeldet, das sind 2111 Personen oder 2,8 Prozent weniger als im Monat zuvor, teilte die Agentur für Arbeit mit. Damit reduzierte sich die Arbeitslosenquote von 7,5 auf 7,3 Prozent. Der Septemberstand lag geringfügig über dem Niveau vor einem Jahr.

Der Hamburger Arbeitsmarkt sei von einer ungebrochen hohen Dynamik gekennzeichnet, erklärte Agenturchef Sönke Fock. Die hohe Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern spiegele sich in der Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze wider, die sich seit Juli um 19.900 auf 910.200 Arbeitnehmer erhöhte. Der Zuwachs von 2,2 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitpunkt des Vorjahres liege über dem entsprechenden Wert im Bund von 2,0 Prozent.

Stark wachsenden Bedarf an Arbeitskräften verzeichnen unter anderem das Gastgewerbe (plus 2600 Beschäftigte), die technischen und wirtschaftlichen Dienstleistungen (plus 5500) und das Gesundheits- und Sozialwesen (plus 3900 Arbeitnehmer). Das sind jeweils Zuwächse im Bereich von sieben bis acht Prozent. Nur in einer Branche ging die Zahl der Beschäftigten zurück: Banken und Versicherungen beschäftigten 500 Arbeitnehmer weniger als vor einem Jahr. Dieser Wirtschaftsbereich steht unter einem starken Rationalisierungsdruck durch die Digitalisierung.

zur Startseite

von
erstellt am 30.Sep.2015 | 11:11 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen