Preisinflation : Rentnern geht das Geld aus

Die Preisinflation frisst die gesetzlichen Altersbezüge auf. Foto: ddp
Die Preisinflation frisst die gesetzlichen Altersbezüge auf. Foto: ddp

Deutsche Rentner können sich immer weniger leisten. Ihre Kaufkraft ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich gesunken.

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07. Juli 2011, 08:36 Uhr

Berlin | Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervorgeht. Die geringen Rentensteigerungen der vergangenen Jahre reichten demnach nicht mehr aus, den Anstieg der allgemeinen Lebenshaltungskosten zu kompensieren. Laut Antwort sind die Preise von 2001 bis 2010 im Schnitt um 1,36 Prozent pro Jahr gestiegen. Im gleichen Zeitraum legten die gesetzlichen Altersbezüge jährlich nur um 0,82 Prozent zu. Berücksichtige man die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, die die Rentner zu zahlen hätten, habe das Plus unter dem Strich lediglich 0,56 Prozent jährlich betragen.
Nach Berechnungen der Linken ist der Wert der Renten damit seit 2001 real um sieben Prozent gefallen. Linken-Chef Klaus Ernst sagte: "Auf Deutschland rollt eine Welle der Altersarmut zu. Wenn die Renten weiter in dem Tempo sinken, dann liegt die Durchschnittsrente in zehn Jahren unter der Grundsicherung." Tatsächlich rechnet die Linke vor, dass die Anzahl der Menschen im Rentenalter, die auf Grundsicherungsniveau leben müssen, in den vergangenen acht Jahren um 55 gestiegen sei. Beim DGB sprach man am Dienstag von einem "gesellschaftlichen Skandal". Ernst forderte eine neue Rentenformel, die die Ruheständler vor Inflationsverlusten schützt, und eine Mindestrente.
"Auch die Löhne der Beschäftigten genießen keinen Schutz vor Inflation", heißt es allerdings in der Antwort der Regierung weiter. Die jährliche Anpassungen der Renten orientiere sich nach dem Gesetz an der Lohnentwicklung - und nicht an der Preisinflation. Zudem wird auf die von der großen Koalition eingeführte Rentengarantie hingewiesen. Durch diese seien die Renten auch bei sinkenden Löhnen nicht gekürzt worden. "Die Renten sind momentan höher, als sie es ohne Schutzklausel wären", heißt es. Kaufkraftverluste, die Beschäftigte in der Wirtschaftskrise erlebten, seien den Rentnern erspart geblieben.
(til, dpa, shz)

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