Untreue-Verdacht : Razzia bei der Elmshorner Sparkasse

Der Elmshorner Sparkassen-Vorstandschef Thomas Salzmann steht unter Untreue-Verdacht. Foto: Schönstedt
Der Elmshorner Sparkassen-Vorstandschef Thomas Salzmann steht unter Untreue-Verdacht. Foto: Schönstedt

Vorstandchef unter Verdacht: Thomas Salzmann von der Sparkasse Elmshorn soll Provisionen für Kreditvermittlungen veruntreut haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

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18. November 2011, 11:42 Uhr

Elmshorn | Harter Schlag für die Sparkasse Elmshorn: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Vorstandschef Thomas Salzmann. Der Vorwurf: Untreue. Es hat bereits Durchsuchungen in den Räumen der Sparkasse sowie in Salzmanns Haus in Elmshorn gegeben. "Wir ermitteln wegen des Verdachts der Untreue", sagte Oberstaatsanwalt Werner Spohr, Leiter der Abteilung Wirtschaftsstrafsachen in Lübeck. Der konkrete Vorwurf: "Ihm sollen Provisionen für Kreditvermittlungen zu Unrecht zugeflossen sein", so Spohr. Es gehe dabei um den Zeitraum von 2007 bis jetzt. Deshalb seien sowohl Räume der Bank als auch Privaträume von Salzmann durchsucht worden. Spohr sagte aber auch: "Wir stehen erst am Anfang der Ermittlungen."
In der Sparkasse reagierte man entsetzt: "Das ist alles andere als eine einfache Situation für uns", sagte Ursula Schwedler, Vorstand der Sparkasse. Salzmann ist mittlerweile nicht mehr für die Sparkasse tätig. "Herr Salzmann hat den Verwaltungsrat der Sparkasse gebeten, seinen bestehenden Vertrag vorzeitig aufzulösen, um sich neuen Aufgaben zuwenden zu können", erklärte Schwedler. Der Verwaltungsrat sei der Bitte nachgekommen. Salzmann habe zwar noch bis zum Jahresende Urlaub, übe aber "sein Amt nicht mehr aus". Salzmanns Vertrag war erst kürzlich bis 2015 verlängert worden. Nach Auskunft von Ursula Schwedler soll noch in diesem Jahr eine Nachfolgeregelung gefunden werden. Das Jahresgehalt des Vorstandsvorsitzenden beträgt rund 200.000 Euro.
Zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wollte Schwedler sich nicht äußern. Die Sparkasse sei weder Initiator noch Betreiber irgendwelcher Maßnahmen. Sollte die Staatsanwaltschaft Anklage erheben, drohen eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren. Salzmann wollte keine Stellungnahme zu den Vorwürfen abgeben.

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