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Rätselraten um das Prokon-Holz

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens rücken bei Prokon auch die dubiosen Geschäfte von Unternehmensgründer Carsten Rodbertus in Rumänien immer stärker in den Fokus – und mit ihnen die Frage, ob es sich womöglich um Anlagebetrug handelt. Dieser Verdacht besteht zumindest nach Angaben des Magazins „Frontal 21“. Und demnach soll auch die chinesische Holzmafia in die Geschäfte involviert gewesen sein.

Dreh- und Angelpunkt bei alledem ist die Firma Hit Timber SRL – in Rumänien. Ex-Prokon-Chef Rodbertus hatte das Unternehmen zusammen mit Geschäftspartnern aus dem sächsischen Torgau gegründet. Gesellschafter der neuen Firma sind jedoch auch nur diese Geschäftspartner. Formal bestehen somit keine Verbindungen zwischen Prokon und der rumänischen Hit Timber SRL. Dennoch sind Millionen von den Anlegern aus Itzehoe zu Rodbertus Geschäftspartner und nach Rumänien geflossen. So listet der Prokon-Insolvenzverwalter in einem Schreiben an die Anleger Darlehen in Höhe von zusammen rund 300 Millionen Euro auf, die Prokon den Holzfirmen gewährt hat. Und Rodbertus selbst warb bei jeder Gelegenheit für das Investment in den rumänischen Wald und dass „erste Züge bereits in Torgau“ eingetroffen seien. „Frontal 21“ zufolge gelangte das Holz jedoch überhaupt nicht nach Sachsen, sondern über einen anderen Zwischenhändler nach China. Das Magazin verweist dabei auch auf einen Fall von 2011, als bei einer Razzia in Rumänien vier Chinesen festgenommen wurden. Rumänischen Medienberichten zufolge wurde den Männern vorgeworfen, Tausende Firmen mit dem Ziel gegründet zu haben, den rumänischen Staatshaushalt zu schädigen und Güter illegal außer Landes zu schaffen. Die Methoden reichen demnach von Erpressung über Korruption bis hin zu offener Gewalt. Mit verstrickt in die Machenschaften laut ZDF: der Einsatzleiter der Hit Timber SRL in Rumänien. Er soll falsche Angaben über das Holz beim Zoll gemacht haben. Alle beteiligten Firmen erklärten laut „Frontal 21“ hingegen, dass alles legal gewesen sei.

Zuletzt hat sich Rodbertus vor rund zwei Wochen zur Hit Timber SRL geäußert. Er warb in Bremen für seine Prokon Aktiengesellschaft. Mit dem Geld der künftigen Aktionäre wolle er den Holzverarbeiter kaufen, sagte er. Mit den Eigentümern sei er im Gespräch.

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erstellt am 06.Mai.2014 | 15:49 Uhr

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