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Fragen und Antworten : Rader Hochbrücke: Ein Sanierungsfall

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Am Nachmittag gab es Neuigkeiten zur Rader Hochbrücke. Das Thema beschäftigt den Norden bereits seit vergangenem Jahr. Ein Überblick.

Die Rader Hochbrücke bereitete im vergangenen Jahr vielen Autofahrern wenig Freude. Mehrere Monate musste sie saniert und teilweise gesperrt werden. Am Nachmittag stellte Verkehrsminister Meyer die Ergebnisse eines Statik-Gutachtens vor. Das Ergebnis: Tempolimit und Überholverbot für Laster – ab Montag. Ein Rückblick auf das, was bisher geschah:

Warum wurde die Rader Hochbrücke teilweise gesperrt?

Die Rader Hochbrücke wurde 2013 zwischen Juli und November wegen maroder Betonpfeiler monatelang saniert. Es wurden alle 28 Pfeilerköpfe der Brücke durch eine äußere Stahlgurtung und Spritzbeton verstärkt. Sämtliche Risse an den zuvor maroden Pfeilern wurden verschlossen. Mit Sonder- und Nachtschichten der Bauarbeiter gingen die 2,7 Millionen Euro teuren Arbeiten dann drei Wochen früher zu Ende als geplant.

Was für Folgen hatten die Arbeiten?

Autofahrer mussten viel Geduld aufbringen. Ihnen standen statt vier nur noch zwei Spuren zur Verfügung. Für Lastwagen über 7,5 Tonnen war die Brücke komplett gesperrt. Kilometerlange Staus waren an der Tagesordnung.

Wie lange hält die Brücke noch?

Die vielbefahrene Hochbrücke hält laut einem Gutachten womöglich nur noch zwölf Jahre. Statik-Berechnungen ergaben, dass die 1972 eröffnete Brücke die damals prognostizierte Lebensdauer von 100 Jahren bei weitem nicht erreicht, sondern wegen Materialermüdung schon 2026 an die Grenze ihrer Belastbarkeit stößt.

Warum hält die Brücke nicht so lange wie geplant?

Der Bau musste schnell fertig werden und sollte möglichst wenig kosten. Grund dafür waren die Olympischen Spiele von 1972 mit den Segelwettbewerben vor Kiel-Schilksee. Die Autobahnen sollten für die Besucher aus aller Welt perfekt sein. Mit diesem Druck kam beim Bau der Pfeiler eine neue Bauweise zum Einsatz. Es wurde ungeeigneter Beton verwendet. Die Größe und das Gewicht der Lastwagen haben sich im Laufe der Zeit erhöht - diese Entwicklung hat man bei der Planung nicht einkalkuliert.

Was soll es als Ersatz für die Brücke geben?

Über eine neue Brücke sollen 2026 die ersten Fahrzeuge rollen. Ganz fertig wird der geplante Ersatzbau nach bisherigem Stand aber erst 2030/31. Geschätzte Kosten: 200 Millionen Euro. Die Angaben beziehen sich auf eine reine Straßenbrücke. Als Ersatz für die Hochbrücke hätte das Land am liebsten einen kombinierten Tunnel für Straße und Schiene. Denn die Rendsburger Eisenbahnbrücke ist schon über 100 Jahre alt und wird auch nicht mehr unbegrenzt halten. Der Bund will nach bisherigem Stand aber zunächst nur eine Ersatzbrücke für die Straße bauen. Diese würde dann möglichst nahe an der alten errichtet werden. Damit müssten keine besonders aufwändigen Umweltuntersuchungen wie bei anderen Neubauprojekten eingeleitet werden.

mit dpa-Material

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erstellt am 09.Sep.2014 | 10:35 Uhr

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