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Kiel : Provinzial: Anteilseigner bläst Vollfusion ab

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Die Vollfusion der öffentlichen Versicherunger Provinzial Nordwest und Rheinland ist vom Tisch. Der Hauptanteilseigner will Alternativen suchen.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2013 | 14:22 Uhr

Kiel | Die seit längerem angestrebte Fusion zwischen der Provinzial-Versicherung Nordwest und der Provinzial  Rheinland steht vor dem Aus. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), einer der größten Anteilseigner der Provinzial Nordwest, hat einen Beschluss gefasst, der eine Vollfusion der beiden Versicherungen mit Standorten in Münster, Kiel und Düsseldorf  zum gegenwärtigen Zeitpunkt unmöglich macht. Konkret heißt es in der Vorlage, dass sich „nach gegenwärtigem Stand  die unterschiedlichen Rechtsformen einer Vollfusion auf der Ebene der Management-Holding“ entgegenstünden. Hintergrund ist, dass der LWL an der Rechtsform einer Aktiengesellschaft für die Provinzial Nordwest festhält. Die Provinzial Rheinland hingegen fungiert als Anstalt des öffentlichen Rechts – und will dies erklärter Weise auch bleiben.

In dem Beschluss – für den eine große Mehrheit der Abgeordneten gestimmt hat – spricht sich der LWL für die Suche nach Alternativen zum bislang angestrebten Modell aus.  Möglichkeiten hierfür wären beispielsweise Mischformen zwischen beiden Modellen oder aber auch einfach nur eine intensivere Zusammenarbeit auf  verschiedenen Ebenen. Stephen Paul, Fraktionsvorsitzender der FDP im Landschaftsverband, erklärte auf Anfrage des sh:z: „Wir wollen die Gespräche offen halten.“ Ausdrücklich gelte dies den Angaben von Paul  zufolge auch für die Vollfusion. Bis Jahresende, sagte der FDP-Politiker, wolle man den Rheinländern jetzt Zeit geben. Es gebe von dort ihm zufolge auch bereits entsprechende Signale.

Die Provinzial Rheinland wiederum teilte mit, dass die Eigentümer „besonderen Wert auf eine zeitnahe Fortsetzung der Gespräche, was eine einheitliche Verhandlungsposition der Provinzial Nordwest und ihrer Eigentümer voraussetzt“.  Für Paul steht die Frist, die es nun einzuhalten gelte,  fest.  „Zum Jahresende  muss man sich tief in die Augen schauen.“ Dann müssten Entscheidungen über die Form künftiger Zusammenarbeit fallen. Ihm zufolge ginge es dabei auch darum, das Unternehmen endlich wieder aus den Schlagzeilen zu holen.

Frühere  Pläne  für die Fusion sahen einen Stellenabbau von bis zu 500 Arbeitsplätzen vor. Bis zu jeder zehnte Arbeitsplatz sollte demnach in den Hauptverwaltungen auf der Kippe stehen. Betriebsbedingte Kündigungen wurden dabei jedoch ausgeschlossen. Zusammen beschäftigen beide Unternehmen rund 5000 Mitarbeiter.

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