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140 Arbeitsplätze : Pralinen aus Brunsbüttel: Wagner meldet Insolvenz an

vom
Aus der Onlineredaktion

Wagner läuft auf Grund: Die Insolvenz der Brunsbütteler Schokoladenmanufaktur kommt völlig überraschend. Ein Investor soll den Standort retten.

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2016 | 15:49 Uhr

Brunsbüttel/Pinneberg | Mitten im Ostergeschäft hat die traditionsreiche Wagner Pralinen GmbH beim Amtsgericht in Pinneberg Insolvenz angemeldet. Was für die überraschende Pleite des 1891 gegründeten Brunsbütteler Vorzeigeunternehmens ausschlaggebend ist, dazu machte Geschäftsführer Jörg Wagner bislang keine Angaben. Die Manufaktur soll zunächst mit allen 140 Mitarbeitern weiterlaufen. Im Laufe des Tages wird es eine Pressemitteilung vom vorläufigen Insolvenzverwalter Klaus Pannen und Wagner geben.

Pannen sieht aufgrund des guten Namens und der nachgefragten Produktpalette gute Chancen für ein Weiterbestehen des Betriebes in Brunsbüttel. Das Es gebe einen Markt für die Produkte, erklärte Pannen. Man suche nach einem Investor und habe schon Interessenten. „Ich prüfe derzeit die Möglichkeit der Sanierung des Unternehmens. Es geht jetzt vor allem darum, das Unternehmen zu stabilisieren und die notwendigen Restrukturierungsmaßnahmen schnellstmöglich auf den Weg zu bringen.“  Die Sanierung der Wagner Pralinen GmbH werde derzeit umfassend geprüft. Pannen betont: „Das vorläufige Insolvenzverfahren bedeutet keinesfalls das Aus.“

Jörg Wagner schaut  trotz der angespannten Situation positiv nach vorn: „Obwohl das Unternehmen durch widrige Umstände in die Schieflage geraten ist, bin ich davon überzeugt, dass unser Haus aufgrund seiner guten Produkte langfristig überleben wird. “

Seit Generationen hat sich der Familienbetrieb der Manufaktur von Schokoladenprodukten im klassischen Konditorenverfahren verschrieben. Ständig werden die Geschmacksrichtungen weiterentwickelt. Trüffel und Pralinen aus Brunsbüttel sind weltweit geschätzt und in Nobel-Kaufhäusern und auf Kreuzfahrtschiffen zu Hause. Bis zuletzt setzte der Betrieb auf Expansion und wähnte sich auf Erfolgskurs. Wachsende Märkte fand das Unternehmen im Ausland, vor allem in Asien. Japan gehört zu den großen Abnehmerländern. Aber auch die Chinesen entdecken die edle Delikatesse aus Brunsbüttel. Dort gelten edle Confiserie-Produkte laut Wagner  zuweilen als Statussymbole. 2013 wurde eine neue Verpackungshalle auf 4000 Quadratmetern in Meldorf bezogen, um der stetig steigenden Nachfrage zu begegnen. Auch sollte ein Neubau für die Produktion entstehen.

Als einer der Gründe für die Insolvenz wird der turbulente Kakaomarkt vermutet. Der rasant gestiegene Weltmarktpreis für den immer knapper werdenden Schokoladen-Rohstoff ist zu einem Risikofaktor für verarbeitende Unternehmen geworden. Einer der Gründe für den Preisanstieg ist, dass sich Spekulanten der durch Krankheiten, Dürren und Nachfrage verknappten Kakaobohne angenommen haben.

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