zur Navigation springen

NOK, Rader Hochbrücke, A20 : Planungsstau: Schleswig-Holstein findet nicht genügend Verkehrsplaner

vom

Mit zusätzlichen Stellen wollte das Land die Verkehrsplanung beschleunigen. Noch immer ist knapp ein Drittel davon frei.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2017 | 07:31 Uhr

Kiel | Schleswig-Holsteins Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr sucht händeringend nach Planungsexperten. Gute Fachleute seien in allen Bereichen knapp, sagte eine Sprecherin des Verkehrsministeriums. „Deutlich zu spüren ist der Mangel jedoch vor allem im Bereich der Ingenieure für Straßen- und Brückenbau.“ Vor einem Jahr hatte die alte, SPD-geführte Landesregierung auf den Planungsstau bei wichtigen Verkehrsprojekten im Norden reagiert und für dieses Jahr 30 zusätzliche, reine Planerstellen bei der Behörde finanziert. Doch davon sind erst 21 besetzt, sagte die Sprecherin.

Neun Stellen sind noch in der Ausschreibung. Der Landesbetrieb beschäftigt aktuell etwa 300 Ingenieure in den verschiedensten Fachbereichen. „Das Problem besteht darin, dass die Fachkräfte auf dem Markt heiß begehrt sind“, sagte die Ministeriumssprecherin. „Das spüren die Bundesländer, das spürt der Bund, und auch in der Privatwirtschaft ist das nicht anders.“ Deshalb könnten nicht alle Verkehrsprojekte auf einmal angepackt werden.

Mit einer neuen Struktur will die Landesregierung den Straßenbau beschleunigen. Die Anhörungs- und Planfeststellungsbehörde soll zum Jahreswechsel als eigenständiges Amt unter das Dach des Verkehrsministeriums rücken. An diesem Mittwoch befasst sich das Kabinett mit dem Thema. Bisher ist die Behörde mit ihren 23 Mitarbeitern im Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr untergebracht.

Die Planfeststellungsbehörde führe regelmäßig Gespräche mit Naturschutzverbänden, „um möglichst Klagen im Vorwege zu vermeiden“, sagte die Sprecherin. Im Landesbetrieb gebe es zudem Überlegungen, ein „Kompetenzzentrum Planung einzurichten, das die Kompetenzen bündelt, das Projektmanagement strafft, die Öffentlichkeitsarbeit stärkt und juristische Fragen zentral klärt“.

Nach den guten Erfahrungen beim Ausbau der Autobahn 7 und den Arbeiten an der Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal prüft die Landesregierung zudem einen Einstieg des deutschen Autobahnplaners Deges auch bei weiteren Projekten – etwa beim Weiterbau der A20.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen