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Konsum-Trend : Ostern lässt die Kassen klingeln

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Für Schleswig-Holsteins Einzelhandel wird die Zeit vor dem Fest zunehmend wichtiger, vor allem Spielzeug und Süßwaren sind gefragt. Das Osterfest wird kommerzieller – die Kirchen sehen das aber gelassen.

shz.de von
erstellt am 18.04.2014 | 12:00 Uhr

Kiel | Die Geschenkelisten werden länger. Die Shopping-Lust der Deutschen zum Osterfest immer größer. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge will mindestens jeder Dritte (33 Prozent) in diesem Jahr etwas zu Ostern verschenken. Für den Einzelhandel im Norden wird das Fest rund um die Kreuzigung und Wiederauferstehung Jesu Christi damit als Umsatzbringer immer wichtiger – obendrein verspricht das bessere Wetter in diesem Jahr zusätzlichen Rückenwind.

Zahlen des Gesamthandels für diese Zeit gibt es nicht. Doch ein Blick auf die Branchen, die am stärksten von dem Fest profitieren, gibt eine Ahnung von der wachsenden Bedeutung. So macht die Spielwaren-Branche in Deutschland mit ihren Verkäufern vor den Osterfeiertagen inzwischen einen Umsatz von rund 200 Millionen Euro. Das entspricht einem Umsatzanteil von rund zehn Prozent – Tendenz steigend. Allein für dieses Jahr rechnet der Einzelhandelsverband Nord (EHV) in Kiel bei den Spielzeughändlern mit einem Umsatzplus von bis zu 20 Prozent.

Der Gesamthandel ist EHV-Geschäftsführerin Monika Dürrer zufolge dabei vor allem angesichts des besser werdenden Wetters positiv gestimmt. „Das Wetter wird endlich schön.“ So könne sich auch der zuletzt stark gebeutelte Bekleidungshandel besser erholen, so Dürrer. Ein anziehender Tourismus würde den Einzelhandel im Land zusätzlich stützen.

Traditionell freuen darf sich darüber vor allem die Süßwarenindustrie. So machte Niederegger in den vergangenen Jahren rund 30 Prozent seines Jahresumsatzes in der Osterzeit. Gut 50 Prozent sind es nach Angaben des Lübecker Marzipan-Herstellers im Weihnachtsgeschäft. In der gesamten deutschen Süßwarenbranche ist das Verhältnis sogar noch ausgeglichener, das Jahr strikt aufgeteilt. „Weihnachten steuert etwa 55 Prozent des Umsatzes bei, Ostern etwa 45 Prozent“, sagt Torben Erbrath, Sprecher des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI). Das Rest des Jahres wird so zur Marginalie.

Insgesamt sind laut BDSI zum Osterfest 2014 rund 206 Millionen Osterhasen produziert worden. Gegenüber dem Vorjahr sei dies eine Steigerung um 8,4 Prozent. Ein Grund für die kräftige Vermehrung der Hasen sei, dass das Osterfest in diesem Jahr fast einen Monat später stattfinde als im Vorjahr und damit die Ostersüßwaren länger in den Geschäften angeboten würden.

Die Oster-Leckereien sind aber nicht nur in Deutschland beliebt. Über 42 Prozent der in der Bundesrepublik hergestellten Schoko-Hasen – insgesamt rund 86 Millionen Stück – „hoppeln“ ins Ausland; zum Teil sogar bis in die USA und nach Australien. Rund 120 Millionen Stück werden in Deutschland verzehrt. Nur ein Datum gibt es der EHV-Vertreterin Dürrer zufolge derzeit, das – zumindest individuell betrachtet – Ostern vor allem bei Jüngeren derzeit noch in den Schatten stellt. „Der eigene Geburtstag ist bei Kindern immer noch höher im Kurs.“Weihnachten den Rang ablaufen kann das Osterfest trotz allem aber nicht. „Es ist eher das Fest der kleinen Geschenke“, so Dürrer. Und tatsächlich wollen laut YouGov die meisten Deutschen nicht mehr als 50 Euro für das Geschenk ausgeben.

Die Kirche sieht die Entwicklung gelassen. „Ostern ist das Fest der Auferstehung und des Lebens – und wer sich anlässlich dieser frohen Botschaft etwas schenken will, kann das gerne tun“, so Frank Zabel, Sprecher der Nordkirche.

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