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Arbeitsplätze bei Bios : Notfallrettung in Süd-Dänemark: 200 Jobs für deutsche Retter

vom
Aus der Onlineredaktion

Ab September werden Rettungswagen des Anbieters Bios über die Straßen Süddänemarks rollen. Doch die niederländische Gruppe sieht große Schwierigkeiten, genügend Personal zu rekrutieren.

shz.de von
erstellt am 23.Jun.2015 | 15:41 Uhr

Apenrade | 200 Arbeitslose aus Deutschland sollen den Personalnotstand beim niederländischen Rettungsunternehmen „Bios“ lösen, das ab dem 1. September die Nachfolge des verdrängten Dienstleisters Falck in der Region Süddänemark antreten wird. Laut einem Bericht von „Jydske Vestkysten“ ist man sich bei der niederländischen Gruppe sicher, den großen Mangel an Rettungssanitätern und Rettungsassistenten durch Anleihen vom deutschen Arbeitsmarkt decken zu können.

Für die Rekrutierung des neuen Personals südlich der Grenze arbeitet Bios mit dem Jobcenter Flensburg zusammen, bestätigte Ambulanzenchef Kim Hansen von BIOS gegenüber „jv.dk“. Man habe derweil schon mit 14 arbeitslosen Notfallrettern aus Deutschland gesprochen. Die Gespräche seien fast abgeschlossen. Diese Lösung könne sowohl kurz- aber insbesondere auch langfristig helfen, da die Branche in Dänemark generell unter Retter-Mangel leide.

Um die deutschen Retter einstellen zu können, muss die dänische Gesundheitsbehörde ihre Ausbildung anerkennen - und sie müssen Sprachkurse absolvieren. Die neuen deutschen Rettungskräfte sollen zunächst in einer Eingewöhnungsphase als „dritter Mann“ mit dänischen Kollegen mitfahren, um sich an die Arbeitsabläufe zu gewöhnen.

Das angebotene Schichtmodell und die hohe Entlohnung dürften allerdings auch sich in Arbeitsverhältnissen befindliche Deutsche mit einem Wechsel nach Dänemark liebäugeln lassen. Laut Informationen der Bundesanstalt für Arbeit sollen die neuen Angestellten zwei Tage bzw. Nächte am Stück im Dienst sein und haben danach drei Tage frei. Es winken 4000 Euro plus Sprachkursus und plus Zulagen.

Bios-Direktor Morten Hansen erklärte, dass man auch fünf deutsche Retter einbinden wolle, die schon jahrelang bei Falck gearbeitet, aber nun bei Bios Verträge unterschrieben haben.

Gegenüber „Jydske Vestkyten“ stellte Ingo Lender, Direktor des deutschen Rettungsdienstes Promedica hingegen fest, dass es keine 200 freien Retter südlich der Grenze gebe. Auch in Schleswig-Holstein herrsche Mangel an qualifizierten Kräften. Vor allem in Flensburg sei die Situation sogar akut.

Bios baut im gesamten Bereich Süddänemark ein neues Organisationssystem auf. Niederländischen Berichten zufolge will das Unternehmen auch in Deutschland und den USA expandieren. Bei der Ausschreibung hatte man das Angebot der dänischen Firma Falck um angeblich zehn Prozent unterboten.

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