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Ipsos-Studie : Norddeutsche horten Trödel im Wert von Milliarden

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bücher, Kinderspielzeug und Kleidung: In vielen Haushalten in Schleswig-Holstein stapelt sich ungenutzter Trödel im Wert von fast tausend Euro.

Kiel | Der Konsumklima-Index ist auf einem Rekordhoch. Deutschlands Verbraucher sind so gut gelaunt wie seit 1990 nicht mehr, kaufen wie verrückt ein und geben ihr Geld mit vollen Händen aus. Doch zugleich verstauben vor allem Bücher, Kleider, Spiele und Elektronikartikel im Milliarden-Wert in Deutschlands Wohn- und Schlafzimmerregalen. Das geht aus einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Ipsos im Auftrag der Flohmarkt-App Shpock hervor.

Im Schnitt hat so jeder Schleswig-Holsteiner ungenutzte Produkte im Wert von 996 Euro rumliegen, bundesweit landet der Norden damit auf Platz fünf. Bei 16 Prozent der Nordlichter sind es sogar Waren im Wert von mehr als 1500 Euro. Und bei immerhin zwei Prozent der Norddeutschen summiert sich der Wert der ungenutzten Güter auf Dachböden, in Abstellkammern und Garagen laut der Studie auf mehr als 10.000 Euro.

In der Summe lassen die Haushalte im Norden so Gegenstände im Werte von 1,39 Milliarden Euro verstauben, bundesweit sind es der Ipsos-Erhebung zufolge gut 27,3 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Davon ließen sich wahlweise nach aktuellem Listenpreise 88 Airbus A 380 kaufen, zweimal Stuttgart 21 und der neuer Berliner Hauptstadtflughafen bezahlen oder 80 Mal der A7-Ausbau auf schleswig-holsteinischem Gebiet.

Besonders dann, wenn es um die körperliche Fitness oder den Nachwuchs geht, scheint die Schleswig-Holsteiner die Freude an Produkten oft zu verlassen. So besitzt jeder Dritte (33 Prozent) Fitnessgeräte und Sportartikel, die er nicht mehr benutzt; fast ein Viertel (23 Prozent) hat Kinder- und Babysachen sinnlos rumliegen. Mit beidem erreichen die Norddeutschen bundesweit Spitzenwerte. Insgesamt sind sie dabei aber noch nicht einmal jene in der Bundesrepublik, die die meisten Artikel ungenutzt verrotten lassen. Mit im Schnitt 1305 Euro führt Baden-Württemberg das Ranking von Ipsos an. Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland liegen mit gerade einmal 865 Euro am unteren Ende der Tabelle.

Auffällig: Laut der Ispos-Studie sind vor allem Frauen von der Sammelwut befallen. So gab zwar mehr als die Hälfte der Frauen (56 Prozent) an, Produkte gekauft zu haben, ohne sie später auch zu verwenden – bei den Männern waren es aber hingegen nur 27 Prozent. Zudem wünschten sich demnach mit 35 Prozent auch mehr Frauen als Männer (20 Prozent) zusätzlichen Stauraum in den heimischen vier Wänden.

Jene, die sich gänzlich der Sammelwut erwehren können, gibt es im Norden dennoch – wenngleich sie eine Minderheit sind. Nur 18 Prozent der Haushalte haben nach eigenen Angaben derzeit keine unbenutzten Gegenstände.

Bei Shpock („Shop in your Pocket“) handelt es sich nach eigener Darstellung um eine Flohmarkt-App, die seit 2012 auf dem Markt ist und mehr als drei Millionen Nutzer zählt. Direkt über das Smartphone können dabei Produkte von Nutzern angeboten oder angebotene Produkte über eine Standort-Funktion in der näheren Umgebung aufgespürt werden.

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erstellt am 12.Aug.2014 | 18:58 Uhr

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