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Abu Dhabi Mar Kiel : Nobiskrug verliert Auftrag für Offshore-Windpark

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Bleibt die Werftengruppe Nobiskrug auf einem Haufen Metallschrott sitzen? Die Abu Dhabi Mar Kiel sollte eine Umspannplattform für den Offshore-Windpark "Nordsee-Ost" bauen. Das Geschäft ist geplatzt.

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2013 | 09:03 Uhr

Kiel/Rendsburg | Herbe Schlappe für Nobiskrug: Die Werft hat einen zweistelligen Millionenauftrag des Elektrokonzerns Siemens zum Bau einer Umspannplattform verloren. Statt bei der zugehörigen Abu Dhabi Mar (ADMK) in Kiel soll die Plattform jetzt in Dänemark gebaut werden. Nobiskrug wiederum droht auf einem Haufen Metallschrott sitzen zu bleiben. Im Jahr 2011 hatte Siemens Nobiskrug beauftragt die Außenhülle einer Umspann-Plattform für den Offshore-Windpark "Nordsee-Ost" von RWE Innogy zu fertigen. Die Elektroinik, also das Innenleben der Plattform, wollte Siemens selbst liefern.
Der Auftrag galt seinerzeit als Einstieg von Nobiskrug in das Offshore-Geschäft. Doch über einen 14 Meter hohen, 37 Meter breiten und 34 Meter langen Rohbau kam das Projekt nicht hinaus. Monatelang soll die Stahlkonstruktion in Kiel auf ihren Abtransport gewartet haben. Für RWE Innogy war dies offenbar zu lang und die Geduld des Windparkbetreibers am Ende. "Eine Verzögerung bei Bau und Auslieferung der Umspannplattform" habe zur Aufkündigung der Zusammenarbeit mit Siemens geführt, erklärt eine RWE-Sprecherin auf Anfrage. Siemens wiederum stornierte daraufhin den Auftrag bei seinem Zulieferer Nobiskrug.

Siemens soll Werft Mitschuld vorwerfen


Die Umspannplattform ist zentrales Element des Windparks. Sie bündelt den elektrischen Strom der Turbinen und stellt ihn für den Transport an Land bereit. Als ursprüngliches Übergabedatum der fertigen Konstruktion - inklusive der Technik von Siemens - war Mai 2012 vorgesehen. Doch daraus wurde nichts. Siemens soll laut Peter Seeger, IG-Metall-Chef von Kiel, der Werft eine Mitschuld an den Verzögerungen geben und ihr Qualitätsmängel an der Konstruktion vorwerfen. Dass an diesen Vorwürfen etwas dran sei, glaubt Seeger aber nicht. "Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen", fügt er hinzu und hält die Argumente der Münchner nur für vorgeschoben.
RWE Innogy hat den Auftrag unterdessen wieder neu vergeben. In Norddänemark soll "Bladt Industries" die Umspannplattform fertigstellen. "Wir gehen davon aus, dass die bereits fertig gestellten Elektrokomponenten übernommen werden", sagte eine RWE-Sprecherin. Was mit der rund 835 Tonnen schweren Außenhülle auf dem Gelände von Abu Dhabi Mar geschehen soll, ist indes unklar. "Siemens muss natürlich das bezahlen, was schon verbaut worden ist", betonte IG-Metall-Chef Seeger. Bei Nobiskrug hieß es auf Anfrage nur: "Kein Kommentar".
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