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Ferienhaus-Projekt in Kappeln : Neuer Investor für Port Olpenitz

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In maximal acht Jahren soll das letzte Haus übergeben sein: Eine Gesellschaft aus Niedersachsen will das Ferienhausprojekt in Kappeln auf neue Füße stellen.

Till Lorenz ist Mitglied der Wirtschaftsredaktion. von
erstellt am 08.Okt.2013 | 00:33 Uhr

Kappeln | Die Helma Ferienimmobilien GmbH aus Lehrte hat die bislang in Insolvenz befindliche Port Olpenitz GmbH aufgekauft. Dies bestätigten am Montag auf sh:z-Anfrage sowohl der Insolvenzverwalter Dr. Rainer Eckert als auch der Helma-Ferienimmobilien-Geschäftsführer Per Barlag Arnholm. Die Gläubiger haben dem Verkauf bereits zugestimmt. Über die Kaufsumme haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.

Die Port Olpenitz GmbH wollte auf 175 Hektar Gesamtfläche einen ehemaligen Marinehafen bei Kappeln in ein Luxusferiendorf mit 1000 Ferienhäusern und 2000 Jachtliegeplätzen umbauen. Nach Verschuldung und einem Gesellschafterstreit beantragte das Unternehmen im Oktober 2011 Insolvenz.

Bis vor Kurzem waren außer der niedersächsischen Helma noch die Kieler Planet-Haus AG und die Eberhardt-Werft aus Arnis im Rennen um das Projekt. Insolvenzverwalter Eckert hat nun mit Ausnahme des ersten Bauabschnittes alle übrigen acht an die Helma verkauft. Direkt nach der Insolvenz hatte es von seiner Seite noch geheißen, dass aus Sicherheitsgründen mehrere Investoren zum Zuge kommen sollen. Nun sagte Eckert: „Der Verkauf ermöglicht Port Olpenitz jetzt wieder eine sichere Perspektive.“

Mit der Helma Ferienimmobilien GmbH kommt ein Tochterunternehmen der Helma AG zum Zuge, die an der Börse notiert wird. Großaktionär ist der Firmengründer Karl-Heinz Maerzke. Die Helma AG hat seit ihrer Gründung im Jahr 1980 mehr als 4000 Häuser gebaut.

Bereits vor rund einem Jahr hat die Helma Ferienimmobilien GmbH im ersten Bauabschnitt von Port Olpenitz ein 3000 Quadratmeter großes Areal für 24 Ferienhäuser erworben. Wie Arnholm sagte, habe das große Interesse an diesen Immobilien – 22 Grundstücke sind bereits verkauft – zu der jetzigen Entscheidung beigetragen. Zu Größe und Charakter der künftigen Anlage sagte er lediglich: „Es wird keine B-Plan-Änderung geben. Vielleicht wird nicht ganz so viel Gold darauf liegen. Es soll für jeden etwas dabei sein.“ Auch der Charakter der Anlage solle mit vielen kleinen Häusern offener und luftiger werden.

Hiesige Unternehmen hätten gute Chancen auf Aufträge. Auch bei den bisherigen Ferienhäusern seien Handwerksbetriebe vor Ort zum Zuge gekommen. Zum Fertigstellungstermin von Port Olpenitz sagte der geschäftsführende Gesellschafter: „In fünf, sechs, maximal acht Jahren soll das letzte Haus übergeben sein.“

Hintergrund zur Port Olpenitz GmbH
Die 2006 gegründete GmbH sollte ursprünglich beim ehemaligen Marinehafen Olpenitz ein Luxusferiendorf mit 1000 Ferienhäusern  an der Ostsee bauen. Das Investitionsvolumen betrug 500 Millionen Euro. Im Juli 2011 veröffentlichten die Zeitungen des sh:z, dass die Port Olpenitz GmbH verschuldet ist. Im Oktober 2011 stellte die GmbH Insolvenzantrag. Der Schuldenstand belief sich zu dem Zeitpunkt auf rund 27 Millionen Euro. Anfang 2012 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Zuletzt sollten auf dem Gelände im ersten Bauabschnitt 59 Grundstücke verkauft sein.

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