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Bus-Tarifstreit in SH : Neue Streiks drohen: Gewerkschaft lehnt Schlichtung ab

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Noch bis Donnerstag läuft die Urabstimmung. Danach könnte unbefristet gestreikt werden.

Kiel | In der Tarifauseinandersetzung des privaten Busgewerbes in Schleswig-Holstein stehen die Zeichen weiter auf Streik. Nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen durch die Gewerkschaft Verdi hat Autokraft-Geschäftsführer Frank Priewe ein Schlichtungsverfahren ins Spiel gebracht. „Wir bedauern, dass Verdi eine Schlichtung vom ersten Tag an abgelehnt hat“, sagte Priewe am Dienstag in Kiel. Noch bis Donnerstag stimmen die Beschäftigten der privaten Busunternehmen in Schleswig-Holstein in einer Urabstimmung über einen unbefristeten Arbeitskampf ab.

Die Gewerkschaft fordert im Schnitt 250 Euro mehr Geld pro Monat für die Angestellten des Omnibusverbandes Nord. In den vergangenen Monaten hatte es bereits sieben Warnstreiks gegeben. Die Tarifverhandlungen hatten im Juli begonnen.

Priewe kritisierte, dass die Gewerkschaft nicht von seiner Forderung von zwölf Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von einem Jahr abrücke. Gleichzeitig hätten die Arbeitgeber drei Angebote gemacht, zuletzt in Höhe von 150 Euro bei einer Laufzeit von 30 Monaten. „Wir vermissen bei Verdi die notwendige Weitsicht“, sagte er.

Folgen der hohen Forderung können ein Wegfall von Linien im Überlandverkehr oder aber deutliche Preiserhöhungen sein. „Wir müssten dann bei kommenden Ausschreibungen damit rechnen, das wir für bestimmte Linien nicht den Zuschlag bekommen“, sagte Priewe. Aktuell bedient die Bahn-Tochter Autokraft mit ihren 760 Mitarbeitern im Norden 435 Linien mit insgesamt 6000 Haltestellen. Das Netz erstreckt sich über 21.000 Kilometer.

Verdi-Sprecher Frank Schischefsky wies die Kritik zurück. „Bei dem Verhalten der Arbeitgeber ist zu vermuten, dass sie von Anfang an ein Schlichtungsverfahren im Kopf hatten und deshalb erst gar keine verhandlungsfähigen Angebote unterbreitet haben“, sagte er. „Es gibt kein Schlichtungsverfahren.“ Beide Seiten hätten längst zu einer entsprechenden Vereinbarung kommen können, wenn die Arbeitgeber dies in den vergangenen Monaten gewollt hätten.

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erstellt am 13.Okt.2015 | 17:42 Uhr

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