Windpark „Butendiek“ : Nabu: Windpark vor Sylt vertreibt seltene Seevögel

Der Offshore-Windpark Butendiek. /Illustration
Der Offshore-Windpark Butendiek.

Der Naturschutzbund sieht die Schutzgebiete seltener Arten in Gefahr. In direkter Nähe werden keine Vögel mehr gezählt.

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22. August 2017, 14:41 Uhr

Sylt/Husum | Der Windpark „Butendiek“ vor der Küste der Insel Sylt vertreibt nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) bedrohte Seevögel aus ihren Schutzgebieten. Danach würden seltene Seetaucherarten wie Stern- und Prachttaucher in einem Umkreis von 2,5 Kilometern rund um den Windpark mit 80 Windturbinen vollständig vertrieben, teilte der Nabu am Dienstag mit. Der Windpark ist seit 2015 in Betrieb.

Die Windenergie hat eine tragende Rolle in einem zukünftigen Energiesystem ohne Kohle- und Atomkraft. Doch es gibt auch Kritik an dieser erneuerbaren Energie. Bürgerinitiativen kritisieren unter anderem zu geringe Mindestabstände zu Wohnbebauungen, die Störung des Landschaftsbildes durch Windkraftanlagen, Lärmbelästigung oder die Beeinträchtigung von Vögeln und Tieren.

Bis in zehn Kilometer Entfernung würden drastisch weniger Vögel gezählt als bei früheren Beobachtungen. Damit gingen den Seetauchern etwa 600 Kilometer ihres Rückzugsraums verloren, das entspreche 20 Prozent ihres Schutzgebietes, so der Nabu. Das gleiche Bild ergebe sich für Zwergmöwen, Trottellummen und Tordalken. Im Zusammenspiel mit weiteren Windparks führe „Butendiek“ zu großflächigen Verschiebungen der Vogelbestände in der deutschen Nordsee.

 

Der Nabu beruft sich auf Daten, die im Rahmen des wissenschaftlichen Begleitmonitorings im Sylter Außenriff im Auftrag des Windparkbetreibers wpd und vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) erhoben wurden. Der Nabu sieht dadurch seine Befürchtungen bestätigt und will eine Umweltschadensklage gegen den Windpark vor dem Oberverwaltungsgericht Münster fortführen.

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