Sport-Fördergelder : Mitarbeiter betrügt Fielmann um eine Million – Ex-Handballer im Visier

Der Mitarbeiter betreute bei der Optikerkette Personen und Firmen, die von Fielmann Sponsorengelder für ihre Sportprojekte erhielten
Der Mitarbeiter betreute bei der Optikerkette Personen und Firmen, die von Fielmann Sponsorengelder für ihre Sportprojekte erhielten

Zwei Jahre lang wurden offenbar Abrechnungen bei der Sportförderung gefälscht. Auch ein ehemaliger Handballer soll in die Affäre verwickelt sein.

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29. Januar 2018, 21:39 Uhr

Kiel | Die Fielmann AG ist nach eigenen Angaben von einem Mitarbeiter um rund eine Million Euro betrogen worden. Und zwar mit überhöhten oder vorsätzlich falschen Rechnungen bei der Auszahlung von Fördergeldern für den Sport. Die Kieler Staatsanwaltschaft ermittelt. „Es besteht der Anfangsverdacht, dass Leistungen vergütet wurden, für die es keine tatsächliche Grundlage gab“, sagt Henning Hadeler, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Der beschuldigte Mitarbeiter, der seit seiner Ausbildung bei Fielmann tätig war, betreute Personen und Firmen, die von dem Optiker Sponsorengelder für ihre Sportprojekte erhielten. Einige von ihnen soll er angestiftet haben, falsche Rechnungen, inklusive falscher Belege, einzureichen. Das betrügerische Netzwerk funktionierte zwei Jahre, dann flog es auf.

Der Fielmann-Mitarbeiter soll den Löwenanteil des ergaunerten Geldes für einen opulenten Lebensstil eingesteckt haben. Die Sportler gingen aber nicht leer aus. Nach Informationen des sh:z soll zum Beispiel die Sanierung eines Ferienhauses so finanziert worden sein.

Die Staatsanwaltschaft hat auf der Seite der Empfänger der Sponsorengelder mehrere Personen im Visier. Einer davon soll ein ehemaliger Handballer sein (THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt), der auch für die Nationalmannschaft spielte. In Haft sitzt keiner der Beschuldigten, da Haftgründe wie etwa Fluchtgefahr nicht vorliegen.

Der Optiker trennte sich von seinem Mitarbeiter und erstattete Strafanzeige. Ulrike Abratis, Sprecherin der Fielmann AG: „Wir haben vollumfänglich kooperativ und vertrauensvoll mit der Staatsanwaltschaft zusammengearbeitet, die aufgrund der von uns übermittelten Unterlagen einen erheblich geringeren Ermittlungsaufwand hatte.“

Wann es zum Prozess gegen den Fielmann-Mitarbeiter und seine mutmaßlichen Komplizen kommt, ist unklar. „Das Unternehmen wird in der Hauptverhandlung gegen den beschuldigten Mitarbeiter als Nebenkläger auftreten und seine verbliebenen Ansprüche im Wege eines Adhäsionsverfahrens geltend machen“, kündigte Fielmann-Sprecherin Abratis an.

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