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Familienfreundliche Unternehmen : Mit Video: Vorbilder des Nordens

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Ministerpräsident Albig zeichnet zwei Unternehmen für ihre Konzepte zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie aus.

Gute Arbeit braucht glückliche Menschen. Mit diesem Credo hat Torsten Albig (SPD) am Mittwoch zwei besonders familienfreundliche Unternehmen ausgezeichnet. Im Druckzentrum des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z) in Büdelsdorf lobte der Ministerpräsident die Unternehmensführungen der VR Bank Niebüll und der Wulff Textil-Service GmbH aus Kiel für ihr Engagement: „Sie haben die Zeichen der Zeit erkannt und stärken mit ihren Konzepten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf die Entwicklung zu mehr Familienfreundlichkeit in der schleswig-holsteinischen Arbeitswelt“, sagte er zum Abschluss des Wettbewerbs „Klasse gemacht!“.

Beide Unternehmen haben sich gegen 20 teilnehmende mittelständische Firmen durchgesetzt. Der Wettbewerb, initiiert vom Osterberg-Institut der Karl Kübel Stiftung, der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein (UVNord) und dem sh:z, richtete sich an Firmen mit bis zu 500 Mitarbeitern.

Bei der Niebüller VR Bank war es vor allem die betriebseigene Kindertagesstätte, die die Jury überzeugte. Bis zu zehn Kinder werden dort von acht bis 18.30 Uhr betreut – nur wenige Meter vom Büro entfernt. Während der Elternzeit können die Mitarbeiter Fortbildungen besuchen. Die Vorgesetzten bieten flexible Lösungen zum Wiedereinstieg ins Berufsleben an. Auch Väter werden ausdrücklich ermuntert, die Elternzeit in Anspruch zu nehmen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei in der VR-Bank Niebüll „das Normalste der Welt“, sagte Vorstandsvorsitzender Klaus Sievers. „Dafür brauchen wir keine wissenschaftlichen Gutachten. Wir müssen nur schauen, was uns selbst in der Familie Freude bringt.“

Christian Böge, Geschäftsführer der Wulff Textil-Service GmbH in Kiel, sagte, Firmen in Schleswig-Holstein seien in der Verantwortung, Modelle und Lösungen für familienfreundliches Arbeiten zu finden: „Wir sind gefordert, nicht nur technische, sondern auch soziale Innovationen voranzutreiben.“ Die Angestellten des Familienunternehmens können aus über 30 verschiedenen Arbeitszeitmodellen wählen und ihre Arbeitszeit mit Hilfe eines jährlichen Arbeitszeitkontos flexibel gestalten. Gute Arbeitsbedingungen sprechen sich rum. 25 Prozent der Angestellte seien in irgendeiner Form miteinander verwandt, so Böge.

Silke Luinstra, selbstständige Beraterin und Expertin für die neue Arbeitswelt, lobte die Anstrengungen der Unternehmen. Von ihnen würden nicht nur die Angestellten, sondern auch die Betriebe profitieren. Sie kritisierte aber, dass viele andere Unternehmensführungen im Norden bei Angeboten wie diesen häufig nur die Mütter im Blick hätten. „Familienfreundliches Arbeiten ist nicht nur ein Frauenthema. Kinder haben auch Väter.“

Jürgen Meereis, Leiter des Osterberg-Instituts, ergänzte: „Familie und Beruf vereinbaren zu können, bedeutet sehr viel mehr, als die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten.“ Es habe auch sehr mit Unternehmenskultur, der Mitarbeiterbindung und der Vorbildfunktion zu tun. Das bestätigt UVNord-Hauptgeschäftsführer Michael Thomas Fröhlich. „Wir können es uns einfach nicht mehr leisten, auf die Arbeitskraft von gut ausgebildeten Fachkräften zu verzichten. Keiner darf verloren gehen.“ Deshalb würden sich die Unternehmen in Schleswig-Holstein seit Jahren zunehmend dafür engagieren, Erwerbsunterbrechungen zu vermeiden.

Beide Unternehmen hätten gezeigt, wie sich Familienfreundlichkeit konkret umsetzen lässt, sagte Stefan Hans Kläsener, Chefredakteur des sh:z. „Wir müssen uns anstrengen, die Errungenschaften der sozialen Marktwirtschaft zu erhalten. Dafür brauchen wir kreative Unternehmen wie Sie.“

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erstellt am 25.Nov.2015 | 20:32 Uhr

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