Genossenschaftsmeierei Dollerup : Mit jeder Modernisierung stieg der Anteil pro Kuh

Die Meierei nach dem Umbau.
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Die Meierei nach dem Umbau.

Die Dorfmeierei von Dollerup in Angeln wurde am 11. Mai 1889 als "Freie Meiereivereinigung" gegründet und am 1. Januar des Folgejahres in Betrieb genommen.

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16. August 2011, 11:27 Uhr

Flensburg | 49 Mitglieder, die 360 Milchkühe hatten und fast eine Million Liter Milch verarbeiteten, haften mit ihrem Hab und Gut. In den späteren eGmbH-Umgründungen entfiel diese Haftung, das Mitglied haftete dann nur mit seiner Einlage.
Der Meiereibau kostete 24 440 Mark zuzüglich der Hand- und Spanndienste mit 1440 Mark. Für 1891 wurde bereits eine dritte Zentrifuge in Auftrag gegeben.

1892 wurden die Bauern aus Grundhof aufgenommen. Die Anzahl der Milchkühe stieg auf 700. Im Jahr 1894 wurden die Interessenten und Mitglieder verpflichtet, keine Margarine in ihren Haushalten zu verwenden.

Meiereileiter Peter Brogmus (1889 - 1910) hat mit Zustimmung des Vorstandes einen Butterpostversand eingerichtet. 1898 hat dieser Versand einen beträchtlichen Umfang erreicht. Der Vorstand hat daraufhin folgende Vereinbarung mit Brogmus getroffen: Er erhält die Butter der Meierei zu einem Preis, den auch der Großhändler zahlen muss. Von dem Reingewinn zum Schluss des Jahres erhält die Meierei die Hälfte. In Zeitungsanzeigen darf nicht mehr geworben werden; Brogmus erhält, auch im Falle des Ausscheidens, Kundenschutz für seine Kundschaft. Diese wird ihm aber kurz vor seinem Ausscheiden 1909 verwehrt. Das Buttergeschäft wird ihm nicht privat übertragen. In dem zukünftigen Butterversandgeschäft wird nur noch die Meierei erwähnt, nicht mehr der Name des Betriebsleiters.

Seit 1922 wurde die Milch nach dem Fettgehalt bezahlt. 1928 wurde die Meierei modernisiert und durch die Neueinrichtungen rentabler und sparsamer gestaltet.

Im Jahr 1951 wurde ein Erweiterungsbau für 160 000 DM beschlossen. Die Meiereien aus Langballig und Une watt beschlossen die Verschmelzung mit Dollerup. Als weitere Investition stand der Bau einer modernen Käserei an. Hierzu wurde der Geschäftsanteil von bisher 50 DM auf 75 DM je Kuh erhöht.

1960 wurde ein Beitritt zum Butterwerk Schleswig abgelehnt. Der länger geplante Neubau der Butterei sollte nun umgesetzt werden. Der Geschäftsanteil musste hierfür von 90 auf 120 DM je Kuh erhöht werden. Seit 1969 wird mit mehreren Meiereien verhandelt, sich zu einem größeren Unternehmen zusammen zu schließen. Am 2. April 1971 beschließt Dollerup, sich der Meiereigenossenschaft Kappeln anzuschließen.

Genossenschaftsmeierei: Informationen

1889: Gründung der Meiereigenossenschaft Dollerup; 1890: Inbetriebnahme
1897: Anschaffung einer Pasteurisierungsanlage; 1907: Beteiligung der Orte Dollerup, Streichmühle, Nordballig, Grundhof und Gräfsholz, 1920: Anschluß an Stromnetz;
1928: Umbau der Meierei; 1940: Umwandlung in "eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftung";
1950: Wiederaufnahme der Meierei Dollerupholz;
1952: Verschmelzung mit Unewatt;
1955 Teilerneuerung des Maschinenparks;
1960: Buttereineubau; 1962: Neue Ölfeuerung;
1966: Aufnahme Voldewraas
1971: Verschmelzung mit der Zentralmeierei Kappeln.


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