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Mit Honigtöpfen auf der Jagd nach Hackern

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vielleicht könnte man ihn schon als einen digitalen Imker bezeichnen – ein Imker mit der Lizenz, Honig-Diebe zu fangen. Weltweit betreibt Markus Manzke Honigtöpfe. Virtuelle Honigtöpfe. Der Kieler Unternehmer geht mit seinem Start-up 8ack und den „Honeypots“ auf die Jagd nach Hackern – in New York ebenso wie in Singapur oder Berlin.

Die Server – so etwas wie die Herzstücke der digitalen Infrastruktur – , die Manzke für seine Zwecke betreibt, gaukeln Hackern und Kriminellen Sicherheitslücken vor. Wollen die Eindringlinge auf ihre Kosten kommen, schlägt Manzkes System zu. „Das eigentliche Produkt ist Information“, erklärt der IT-Architekt. Protokolliert werden Daten zu den Angreifern. Diese sitzen schon lange nicht mehr in irgendwelchen abgedunkelten Kinderzimmern und suchen sich mühselig ihre Opfer. Stattdessen lassen sie arbeiten. Mit sogenannten Botnetzen, gekaperten Computern. Die Attacken, um die es geht, erfolgen vollautomatisch. Die Urheber sind nicht selten professionelle hochkriminelle Organisationen. Die Computer der Hacker suchen eigenständig nach potenziellen Zielen – und stoßen dann auf Manzkes Honigtöpfe.

Mögliche Kunden von 8ack sind Provider – Firmen wie die Telekom. Ihnen stellt 8ack die Daten der Angriffe zur Verfügung. Mit ihnen lassen sich künftige Angriffe leichter abwehren, so die Idee. „Es geht darum, die Infrastruktur zu schützen“, erklärt Manzke. Gespräche und Tests mit verschiedenen Unternehmen laufen bereits.

Auf der diesjährigen Cebit wurde 8ack mit dem Innovationspreis IT 2015 ausgezeichnet. Und so betont Manzke dann auch: „Das, was wir machen, ist in Europa einmalig.“ Erst im Frühjahr letzten Jahres ging 8ack an den Start. Zehn Leute beschäftigt Manzke inzwischen in seinem Team – Programmierer, Grafiker, Vertriebler. „Wir haben vier Produkte in der Hinterhand.“ Mittelfristig will sich 8ack zu einem Rund-um-Sicherheitsdienstleister für die Internet-Belange des Mittelstands entwickeln.

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erstellt am 12.Apr.2015 | 19:49 Uhr

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