Ursprung der Meiereien : Mit den Holländern kam die Milchwirtschaft auf die Güter

Die Holländerey Rundhof um 1900 mit Meierist Schwensen.
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Die Holländerey Rundhof um 1900 mit Meierist Schwensen.

Einen Schritt zurück in den Ursprung der Meiereien: Seit Anfang 1600 haben sich die Holländer als Meieristen auf den Gutshöfen angesiedelt.

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09. August 2011, 10:29 Uhr

Landesteil Schleswig | Sie pachteten auf den Höfen etwa 100 bis 300 Milchkühe und stellten Butter her, die als Pacht abgeliefert wurde. Das Geld verdienten die Pächter mit der Herstellung und dem Verkauf von Käse. Mit den "Abfallprodukten" Molke (Käseherstellung) und Buttermilch (Butterproduktion) wurden die Schweine gemästet. Diese Verwertung ist bis in die 1960er Jahre bekannt (Rückgabe an die Lieferanten der Meierei). Das Futter für die Kühe musste damals der Gutsbesitzer liefern. Und er musste seine Wiesen zur Verfügung stellen.
Das Gut Rundhof liegt in der Gemeinde Stangheck in der Nähe von Gelting. 1614 wurde die Meierei auf dem Gut Rundhof von Christian-August von Rumohr III erbaut. Das Gut wurde 1557 übernommen. Bis 1827 haben zehn Pächter (Holländer) die Meierei bewirtschaftet. In diesem Jahr hat die Familie von Rumohr die Meierei in Eigenregie übernommen.
20 Jahre leitete der Meierist Christian Jäger die Meierei, bis er 1847 im Hofgraben ertrank. Ihm folgten als Leitende des Betriebes Nicoly Friedrich Jansen und einige Oberschweizer. Um 1903 wurde der Meierist Schwennsen eingestellt, der vermutlich bis zur Schließung 1929 die Meierei führte. Die Milch wurde dann an die Genossenschaftsmeierei Wippendorf geliefert. 1973 wurde der Komplex an Hartmut Lukoschus verkauft. Die Brüder Schmidt haben dort eine Kfz-Werkstatt errichtet.
Wesentlich später, nämlich erst 1893, wurde auf dem Gut Düttebüll von Anton Wilhelm Prösch, Besitzer des Gutes, eine Privatmeierei gebaut. Als Betriebsleiter wurde Jakob Leu eingestellt. 1902 gingen das Gut, und damit auch die Meierei, in den Besitz des Barons von Hobe-Gelting über. Seit 1899 bis 1937 wurde die Meierei von dem Meieristen Theodor Voss geführt. Baron Bertram von Hobe hat die Meierei 1942 geschlossen. Die Lieferanten lieferten ihre Milch fortan an die Meiereien in Gelting, Pommerby und Kieholm.
Im Gegensatz zu den alten Gutsmeiereien wurde nicht nur die eigene Milch verarbeitet. Es gab 1927 insgesamt 35 Lieferanten mit 422 Kühen. Die Milchverarbeitungsmenge betrug 1,14 Millionen Kilo. 1939 wurden der Maschinenpark erneuert; er wurde nach der Schließung der Meierei in die Ukraine verkauft. Das Meiereigebäude wird heute als Lagerschuppen genutzt. Einige alte Bauteile sind noch als ehemalige Meierei erkennbar - wenn man darauf hingewiesen wird.
(shz)

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