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Tankstellenbetreiber vor Problemen : Mindestlohn macht Benzin teurer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zum 1. Januar 2015 kommt der Mindestlohn. Dieser dürfte sich auch auf den Benzinpreis niederschlagen. Betreiber von Tankstellen beschäftigen ihre Arbeiter meist auf Stundenlohn-Basis.

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2014 | 17:36 Uhr

Kiel | Die in diesen Wochen stark fallenden Preise für Benzin und Diesel könnten im neuen Jahr steigen. Was nichts mit der Situation auf dem Ölmarkt zu tun haben muss. Vielmehr ist es die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zum 1. Januar 2015. Diese Erhöhung der Lohnkosten bringt die Tankstellenpächter in Bedrängnis, beschäftigen sie doch größtenteils Mitarbeiter auf Stundenlohn-Basis, der in den meisten Fällen unter acht Euro liegt. Nach Angaben des Zentralverbandes des Tankstellengewerbes Deutschland (ZTG) kommen auf die Tankstellenbetreiber Mehrkosten von durchschnittlich rund 20.000 Euro im Jahr zu. Bei einem Jahresgewinn, der in der Regel vor Sozialabgaben und Steuern bei ca. 37.000 Euroliegt, kann kaum eine Station diese Mehrkosten verkraften. Der Verband schließt daher insbesondere in Schleswig-Holstein ein weiteres Tankstellen-Sterben nicht aus, wie gestern in einer Pressemitteilung gemeldet wurde.

Um die Mehrkosten zu kompensieren, fordern ZTG und die Tankstellenbranche von den Mineralölgesellschaften eine Erhöhung der Verkaufs-Provisionen. Im Durchschnitt erhalten die Tankstellenpächter eine klägliche Provision pro verkauften Liter Sprit von einem bis anderthalb Cent. Eine Anpassung hat es über mehrere Jahrzehnte nicht gegeben. Bislang lehnen die Ölmultis dies ebenso ab wie sonstige finanzielle Unterstützungen. Der Verband kündigt daher weitere Verhandlungen mit den Gesellschaften an. Sollte es zu einer Erhöhung der Provisionen kommen, werden Aral, Shell, Esso und auch die sogenannten B-Marken diese Mehrkosten an die Verbraucher weitergeben. Was nichts anderes heißt als eine grundsätzliche Anhebung der Preise für Benzin und Diesel.

Gestern allerdings konnte so günstig wie schon lange nicht mehr getankt werden. Der Liter Diesel kostete teilweise nur noch 1.24,9 Euro.

 

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