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Niedriger Energieverbrauch : Milder Winter in SH bringt Verbrauchern Geld zurück

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Energieversorger Eon kündigt Heizkosten-Erstattung an. Ein Vier-Personen-Haushalt kann bis zu 90 Euro sparen.

Egal ob nur der Zufall oder doch der Klimawandel schuld an den milden Wintern ist – für die Schleswig-Holsteiner gibt es Grund zur Freude. Sie sparen auch in dieser Heizsaison, weil Väterchen Frost anderswo auf der Welt für kalte Füße sorgte – nicht aber im Norden. Schon im vorherigen Winter lag der durchschnittliche Heizenergieverbrauch im Schnitt um 16 Prozent niedriger als im Winter 2013. Welchen Anteil Gebäudesanierungen an den geringeren Verbräuchen haben, lässt sich nur schwer schätzen.

Laut Eon ist auch der Winter 2014/2015 bisher rund 1,5 Grad wärmer als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre. „Eine dreiköpfige Familie, die mit dem energieeffizienten Energieträger Erdgas heizt, hat bisher rund 90 Euro an Heizkosten gespart“, erklärt Montag Uwe Kolks, Chef bei Eon Energie. Für eine Familie in einem typischen Einfamilienhaus mit einem durchschnittlichen Erdgas-Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) bedeutet dies für den Zeitraum von Oktober 2014 bis Februar 2015 eine Heizkosten-Einsparung von sieben Prozent.

Vor allem die erste Winterhälfte bescherte den Norddeutschen nicht das, was man von der vierten Jahreszeit erwartet. Zwischen Oktober bis Januar herrschten oft frühlingshafte Temperaturen. Allein im Januar war es laut Deutschem Wetterdienst rund zwei Grad wärmer als im Durchschnitt. Ganz so warm wie der milde Winter des Vorjahrs, der viertwärmste seit 1881, war es aber nicht.

Trotzdem: Die Freude darüber, dass sich der Gaszähler weniger schnell dreht, ist nicht ungetrübt. Derzeit wenden sich täglich Bürger an die Verbraucherzentrale, weil sie ihre Jahresabrechnung für Gas oder Strom bekommen haben und trotz geringeren Verbrauchs im vergangenen Winter höhere monatliche Abschläge zahlen sollen. „Das ist nicht rechtens! Die monatlichen Zahlungen müssen sich nach dem Verbrauch richten“, erklärte Energierechtsexpertin Julia Buchweitz am Wochenende in Kiel. „Auf Grundlage der Jahresrechnung müssen die Versorger den neuen Abschlag bemessen“. So sollen Verbraucher davor geschützt werden, dass sie Energieunternehmen mit zu hohen Abschlagszahlungen kostenlose Darlehen gewähren. Andererseits soll es verhindern, dass Versorger zu sehr in Vorleistung gehen. „Ist der Verbrauch gesunken, müssen auch die Abschlagszahlungen entsprechend verringert werden. Halten sich die Versorger nicht daran, kann man Widerspruch einlegen und die Abschlagszahlungen selbst anpassen. Einzugsermächtigungen sollten dann bezogen auf den errechneten Betrag beschränkt werden“, so der Rat der Juristin.

Die Abschläge aufgrund eines milden Winters generell zu senken, empfiehlt Eon nicht. Kolks: „Da es jederzeit saisonale Schwankungen geben kann, ist es sinnvoll, seinen Verbrauch für ein durchschnittliches Jahr zu berechnen und die Abschläge entsprechend anzupassen“. Das erspart Überraschungen bei der Jahresrechnung.

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erstellt am 02.Mär.2015 | 14:29 Uhr

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