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Proteste vor der Norla : Milchbauern warnen vor Einmischung durch die EU

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Machtspiele der EU werden auf dem Rücken der Bauern ausgetragen“, bemängelt Schleswig-Holsteins Bauernpräsident Werner Schwarz. Vor der Eröffnung der Norla in Rendsburg sprach er auf einer Kundgebung der Milchbauern.

Rendsburg | Dass „Milch nicht langweilig wird“, wie es Peter Lüschow, Vorsitzender der Milcherzeugervereinigung Schleswig-Holstein gestern anlässlich der Milchwirtschaftlichen Kundgebung in Rendsburg prophezeite, kleidete Bauernpräsident Werner Schwarz in Kritik an der EU und deren Agrarpolitik. „Gemeinsames steht leider mehr auf dem Papier als in der Praxis umgesetzt wird. Machtspiele werden auf dem Rücken der Bauern ausgetragen. Wir Landwirte brauchen Planungssicherheit und müssen wissen, was uns nach 2015 erwartet.“ Denn 2015 endet die Milchquote. Werner Schwarz warnte ausdrücklich vor Eingriffen in die Produktionsmenge durch die EU. Positiv sieht Schwarz die aktuelle Situation für Meiereien und Milchviehhalter: „Viele Milcherzeuger haben bewiesen, dass sie auch mit schlechten Zeiten umgehen können.“

Dass noch „einige Überraschungen aus Brüssel kommen können“, kündigte Brigitte Misonne (Europäische Kommission) an, die bei der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für Milch zuständig ist. Der politische Deal müsse erst von Rat, Parlament und Kommission verabschiedet werden. Sie erläuterte den Vertretern aus Landwirtschaft, Handel, Politik und Wissenschaft, mit welchen Maßnahmen die Kommission stabilisierend bei „erheblichen Preissteigerungen oder –rückgängen“ eingreifen könne. Es würde jedoch nur eingegriffen, wenn eine Krise käme. Außerdem wolle die Kommission eigentlich gar nicht eingreifen, versicherte Misonne.

Die positiven Aussichten für Milchviehhalter und Meiereien bestätigte Joachim Burgemeister vom Genossenschaftsverband. Er bezifferte die jährliche Steigerung bei der Milchproduktion in Schleswig-Holstein auf 2,2 Prozent. In Deutschland beträgt die Quote durchschnittlich 1,7 Prozent. In Rumänien, Bulgarien, Frankreich und England gehe die Produktion sogar zurück. „Deutschland liefert in 123 Länder, nur 40 Prozent der Milch gehen hier in den Einzelhandel. Der Export bestimmt immer mehr den Preis. Es ist heute also nicht mehr egal, ob in China ein Sack Reis umfällt“, sagte Burgemeister.

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erstellt am 05.09.2013 | 06:00 Uhr

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