Meierei Nordhackstedt : Milch und Butter für die Soldaten

Die alte Meierei Nordhackstedt um 1960.
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Die alte Meierei Nordhackstedt um 1960.

Die Satzung der Nordhackstedter Meierei verpflichtete Lieferanten, die Milch in Holzeimern, die an besonderen Tragegestellen hingen, zu Fuß zu liefern.

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07. Juni 2011, 12:02 Uhr

nordhackstedt | Die Milch sollte möglichst erschütterungsfrei bei der Meierei ankommen, damit sie in den Satten gut aufrahmen konnte.
Im Frühjahr 1875 gründeten 14 Bauern aus Nordhackstedt die "Nordhackstedter Meiereigenossenschaft". Der Bau der Gebäude begann, und im August 1875 konnte die Milchverarbeitung starten.
Zunächst wurde die Meierei als "Wassermeierei" gebaut, die Satten also zur Aufrahmung der Milch in kaltes Wasser gestellt. 15 Jahre später stellte man die Meierei auf eine "Büttenmeierei" um, die Satten wurden also ohne Wasserbad frei hingestellt, um bessere Aufrahmungsergebnisse zu erreichen.
Nachdem es mit dem letzten Pächter Schwierigkeiten gab, führten die Genossen den Betrieb ab 1890 in Eigenregie mit Hilfe von drei Meierinnen und einem Schweinemeister weiter.
Es gab bereits 21 Lieferanten, die knapp 290 000 Kilogramm Milch im Jahr an die inzwischen zu einer "Zentrifugenmeierei" umgewandelten Meierei lieferten. Die Satzung wurde in eine "Genossenschaft mit unbeschränkter Haftung" geändert und die Gebäude im selben Jahr umgebaut sowie ein neuer Brunnen gebohrt.
1902 wurde eine neue Satzung nach dem Muster der Landwirtschaftskammer verabschiedet. Nunmehr lautete die Bezeichnung "Freie Meiereivereinigung". Die Mitglieder wurden verpflichtet, Anteile nach Kuhzahl zu erwerben.
Wie auch viele andere Meiereien im Ersten Weltkrieg schickten die Nordhackstedter 1915 "unseren Kriegern im Felde" zweimal im Monat ein Pfund Butter. Den Kriegerwitwen wurde mit Beschluss 1916 täglich ein Liter Vollmilch gespendet.
1927 bekam die Meierei eine neue Buttereieinrichtung. Die Anlieferungsmilch wurde gewogen und nach dem Fettgehalt bezahlt. In den folgenden drei Jahrzehnten erfolgten Umbau und Modernisierung, bis im September 1965 die Generalversammlung einstimmig den Neubau der Meierei beschloss. Zu diesem Zeitpunkt lag das Milchaufkommen bei 23,7 Millionen Kilogramm pro Jahr. Heute wird das kaum veränderte Meiereigebäude als Wohngebäude genutzt.
Fortsetzung Teil II: Das neue Werk: Zentralbutterei e.G. Nordhackstedt

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