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Nordbau in Neumünster : Meyer: „Baubranche muss sich anstrengen“

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Die Baubranche Nordeuropas trifft sich am Donnerstag in Neumünster zur Messe Nordbau. Mit der Entwicklung der Unternehmen im Land ist Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer zufrieden. Aber: "Die Decke wird enger."

shz.de von
erstellt am 10.Sep.2013 | 12:15 Uhr

Neumünster | Voraussichtlich rund 900 Unternehmen werden von Donnerstag an auf der Messe Nordbau Trends und Neuheiten rund ums Bauen aufzeigen. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) sieht die hiesige Branche gut aufgestellt.

Laut Statistikamt Nord waren im vergangenen Jahr durchschnittlich 22.700 Schleswig-Holsteiner im Baugewerbe tätig.
Reinhard Meyer: Drei Prozent mehr als 2011.

Ist die Baubranche zur Zeit wieder klassischer Wachstumsmotor im Land?
Meyer: Das kann man noch nicht sagen. Aber die Entwicklung stimmt uns natürlich optimistisch. Die Baubranche hat Aufträge, die zu neuen Arbeitsplätzen führen. Das ist gut für Schleswig-Holstein.

Die Umsätze der Branche gingen zuletzt teilweise wieder zurück. Wie ist es um die Substanz der hiesigen Branche bestellt? 
Meyer: Die Decke wird enger, deswegen gehen neue Aufträge nur über Qualität und gute Leistung. Jeder Betrieb muss sich anstrengen, an Aufträge zu gelangen.

Kann die Nordbau der Branche in der Hinsicht Rückenwind verleihen? 
Meyer: Sie ist zumindest ein Spiegel der Situation in der Baubranche. Insofern bin ich sehr gespannt auf die Gespräche dort. Ich merke aber, dass es der Baubranche insgesamt in Schleswig-Holstein gut geht. Sie profitiert beispielsweise von Themen wie der energetischen Gebäudesanierung.

Vom Bau der festen Fehmarnbelt-Querung werden voraussichtlich vor allem internationale Baukonsortien profitieren. Was raten Sie der mittelständisch geprägten Branche Schleswig-Holsteins?
Meyer: Bei solchen Groß-Projekten gibt es zwei Möglichkeiten: Zum einen können sich mehrere Unternehmen zu einer Bietergemeinschaft zusammenschließen. Die zweite Möglichkeit ist es, sich durch entsprechende Zuarbeiten an die Bewerbung von Großkonzernen ranzuhängen und mit in das Angebot einzusteigen.

Das zum 1. August in Kraft getretene Tariftreuegesetz in Schleswig-Holstein ist umstritten. Stärkt oder schwächt es die hiesige Baubranche im Vergleich zur Konkurrenz außerhalb Schleswig-Holsteins bei öffentlichen Ausschreibungen? 
Meyer: Hier muss man differenzieren. Das Problem der Unternehmen im Norden ist nicht der Mindestlohn, der darin auf 9,18 Euro festgeschrieben ist. Das bekomme ich immer wieder gesagt. Im Gegenteil sagen viele Unternehmen, das sei in Ordnung. Es schütze sie im Wettbewerb mit denjenigen Unternehmen, die keinen Mindestlohn zahlen. Daran kann es nicht liegen. Das Tariftreuegesetz darf aber nicht so hohe bürokratische Hürden haben, dass dies Zusatzkosten bei den Unternehmen auslöst. Wir werden versuchen, dass so gut wie möglich einzudämmen.

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