Nordmetall in Hamburg : Metallbranche klagt über Fachkräftemangel

Schweißen will gelernt sein: Die Metallbranche im Norden schlägt Alarm.
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Schweißen will gelernt sein: Die Metallbranche im Norden schlägt Alarm.

Die Metallbranche in Norddeutschland hat Probleme, Fachkräfte und Auszubildende zu finden. Die Unternehmen müssen auf die zweitbesten Bewerber zurückgreifen - und locken mit relativ hohen Gehältern.

shz.de von
09. Juni 2014, 09:59 Uhr

Der Mangel an Fachkräften und Nachwuchs bei den Metallbetrieben im Norden spitzt sich zu. Rund ein Drittel der Betriebe sieht sich einem zu knappen Angebot an qualifizierten Mitarbeitern und geeigneten Auszubildenden gegenüber, teilte der Arbeitgeberverband Nordmetall in Hamburg mit. Das habe eine Sonderauswertung der halbjährlichen Konjunkturstudie mehrerer Verbände ergeben. Danach bezeichneten 32 Prozent von 255 befragten Unternehmen das Fachkräfteangebot als „unbefriedigend“, sieben Prozent sogar als „schlecht“. Eine knappe Mehrheit von 52 Prozent vergab die Note „noch befriedigend“, neun Prozent beurteilte die Verfügbarkeit von Fachkräften als „gut“. Recht ähnlich sehen auch die Antworten auf die Frage nach geeigneten Auszubildenden aus.

„Der Fachkräftemangel kommt in immer mehr Unternehmen und Regionen an, die sich bisher noch gut versorgt sahen“, sagte der Hauptgeschäftsführer von Nordmetall, Nico Fickinger. Während die Unternehmen in Bremen noch vergleichsweise gut Fachkräfte finden, fehlen sie in Hamburg vermehrt. Die größte Azubi-Lücke klaffe in Mecklenburg-Vorpommern; hier klagen 54 Prozent der Unternehmen über zu wenig geeignete Bewerber. Um dem Fachkräftemangel vorzubeugen, müssten Unternehmen künftig verstärkt auch auf solche Bewerber zurückgreifen, die erst auf den zweiten Blick überzeugen, sagte Fickinger. Nordmetall finanziere deshalb seit fünf Jahren das Programm „Nordchance“, mit dem schwächeren Schulabgängern eine Brücke in eine technische Ausbildung gebaut werde. Die Branche will auch die attraktive Vergütung mehr herausstreichen. Mit durchschnittlich 50.000 Euro Jahresentgelt rangierten die Metaller an der Spitze in Deutschland; schon die Lehrlinge erhielten im ersten Lehrjahr über 900 Euro.

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