Warnstreiks in Sicht : Metall-Tarifverhandlungen ergebnislos vertagt

Der Arbeitgeberverband lehnt die Forderungen der IG Metall „in Gänze“ ab. Ab Ende Januar sind Warnstreiks möglich.

shz.de von
16. Januar 2015, 14:44 Uhr

Hamburg | Die Tarifverhandlungen für die rund 140.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie an der Küste sind nach der ersten Runde in Hamburg am Freitag ergebnislos vertagt worden. Dabei wurde deutlich, dass zwischen den Tarifparteien noch sehr unterschiedliche Vorstellungen über einen möglichen Abschluss bestehen. Der Arbeitgeberverband Nordmetall erklärte, er lehne die Forderungen der Gewerkschaft „in Gänze“ ab.

Die IG Metall Küste fordert wie auch in den anderen Tarifgebieten 5,5 Prozent mehr Geld für eine Laufzeit von zwölf Monaten, eine Neuregelung der Altersteilzeit sowie erstmals flächendeckend einen tariflichen Anspruch auf Weiterbildung. „Unsere Forderungen sind lange bekannt“, sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken. „In der nächsten Runde erwarten die Beschäftigten deshalb ein Angebot von den Arbeitgebern, mit dem wir in ernsthafte Verhandlungen kommen.“

Der Arbeitgeberverband Nordmetall wies die Forderungen der IG Metall zurück. „Die IG Metall hat den Bogen überspannt“, sagte Verhandlungsführer Thomas Lambusch. „Wenn sie sich jetzt wundert, bei uns auf Granit zu stoßen, ist das naiv.“ Selbst die Wirtschaftsforscher der Gewerkschaft könnten die Forderung bei einer Inflation nahe Null nicht begründen. In den vergangenen drei Jahren seien die Metalltarife bereits um zehn Prozent gestiegen; das entspreche 5000 Euro für einen Durchschnittsarbeitnehmer. „Das war ein mehr als fairer Anteil an der Geschäftsentwicklung.“

Begleitet wurden die Verhandlungen von einer Demonstration und Kundgebung von rund 1000 Arbeitnehmern aus dem Tarifgebiet. „Die Beschäftigten wollen nicht lange warten und sie sind bereit, für ihre Forderungen in den Betrieben und auf der Straße Druck zu machen“, sagte Geiken.

Die Friedenspflicht endet am 28. Januar, ab dann sind auch Warnstreiks möglich. Für den gleichen Tag wurde die 2. Runde der Tarifverhandlungen in Bremen angesetzt. Zum Bezirk Küste gehören die Bundesländer Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie der Nordwesten Niedersachsens.

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