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Tourismus : Mehr Gäste in Schleswig-Holstein und Hamburg

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Erstmals seit drei Jahren liegt die Zahl der Übernachtungen in Schleswig-Holstein wieder über dem Bundesdurchschnitt. Die Tourismusbranche setzt auf Qualität - und die Nebensaison.

Kiel | Mit dem Tourismus in Schleswig-Holstein geht es aufwärts: Im Jahr 2013 stiegen die Übernachtungszahlen in Schleswig-Holstein um 1,3 Prozent, damit liegt das Land erstmals seit drei Jahren wieder über dem Bundesdurchschnitt (+1,0 Prozent). „Dieses gute Ergebnis gibt uns Rückenwind und trägt dazu bei, dass sich die Stimmung in unserer Tourismusbranche weiter verbessert“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer am Freitag in Kiel.

Ein „absolut spannendes Jahr“ – so euphorisch fasst Marc Euler, Sprecher der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH), das Jahr 2013 zusammen. „Am Anfang Winter pur bis Ostern, Wahnsinnssommer, wunderbar milder Herbst“, auch der Dezember und insbesondere Silvester hätten sehr gute Voraussetzungen für eine Reise in den Norden mitgebracht. „Silvester ist da ein Riesenthema“, sagt Euler. Auch hier habe man an den Angeboten geschraubt und beispielsweise vermehrt Silvesterpartys am Strand organisiert.

Der Dezember 2013 habe laut Meyer den letzten Schub für das gute Ergebnis gegeben. Im Dezember seien rund 298.000 Gäste in den größeren Übernachtungsstätten (mit zehn und mehr Betten) und auf den Campingplätzen (ohne Dauercamping) Schleswig-Holsteins angekommen - das ist ein Anstieg um 7,3 Prozent gegenüber dem Dezember 2012, meldete das Statistikamt Nord. Die Anzahl der gebuchten Übernachtungen stieg um 3,9 Prozent auf 936.000. In die Erhebung einbezogen waren 2904 geöffnete Beherbergungsstätten mit 140.000 angebotenen Gästebetten sowie 64 geöffnete Campingplätze. Insgesamt hat das Statistikamt Nord im vergangenen Jahr 6,3 Millionen Gästeankünfte (+ 3,0 Prozent) und 24,8 Millionen Übernachtungen (+1,3 Prozent) von Urlaubern in Schleswig-Holstein ermittelt.

Doch die Lektion, sich nicht ausschließlich auf das Wetter zu verlassen, habe man gelernt, sagt Euler. „Traditionell war Schleswig-Holstein immer im Sommer ganz stark.“ Dies sei auch noch der Fall, doch durch den Ausbau der wellness- und gesundheitsorientierten Angebote sei man auch vermehrt in der Nebensaison für Besucher attraktiv. „Diese Angebote sind wetterunabhängig“, erklärt Euler. Und besonders wichtig sei eine gute Qualität der Angebote – und zwar in allen Preisklassen. Diese biete keiner so wie Schleswig-Holstein, sagt Euler. Man habe die Gäste mit den Angeboten da abholen können, wo sie stehen: „Die Menschen möchten immer öfter auch einfach mal das Handy ausmachen, nicht immer erreichbar sein.“ Wenn das Wetter zudem noch schön sei, könne man Wellnessangebote mit Aktivitäten an der frischen Luft kombinieren und in „wunderbarer Natur zu sich finden“.

Auch bei Städtereisen sei man auf den bundesweiten Trend aufgesprungen: „Städtetourismus ist ein absoluter Megatrend.“ Neben den klassischen Reisezielen wie dem Lübecker Weihnachtsmarkt habe beispielsweise Neumünster durch das Designer Outlet (DOC) für Gäste an Attraktivität gewonnen – und im Dezember bei den Übernachtungen eine Steigerung von 35,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erreicht.

Auch Hamburg wird als Reiseziel immer beliebter - inzwischen belegt die Hansestadt Rang zehn unter den Städten in Europa. Mit einem Wachstum von 9,1 Prozent auf 11,6 Millionen Übernachtungen verzeichnete die Stadt zum zwölften Mal in Folge ein Rekordergebnis. Der Rückstand auf das neuntplazierte München reduzierte sich um 450.000 Übernachtungen und liegt noch bei 1,3 Millionen; den Vorsprung auf Amsterdam konnte Hamburg auf 300.000 Übernachtungen ausbauen.

So sehr die etwas gemächlichere positive Entwicklung in Schleswig-Holstein auch beruhigt, so sehr motiviert sie auch: „Wir dürfen uns darauf nicht ausruhen“, mahnt Euler. Man müsse weiter an der Qualität der Angebote schrauben. Und das hat das Land vor: Die neue Tourismusstrategie 2024, deren Eckpunkte Meyer Anfang März im Vorfeld der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin vorstellen wird, soll weitere Wachstumsimpulse für Schleswig-Holstein geben.

Ziel der schleswig-holsteinischen Tourismusstrategie 2024 ist es, das Land als Urlaubsland nach vorne zu bringen, meldet das Verkehrsministerium. Meyer setze hierbei unter anderem auf eine Saisonverlängerung: „Die Investitionen in attraktive Hotels zahlen sich doppelt aus. Diese Einrichtungen tragen wesentlich dazu bei, dass das Land auch für einen Urlaub in der Vor- und Nachsaison attraktiv wird. Die Unternehmen können ihre Betriebe offenhalten und so ihre Mitarbeiter ganzjährig beschäftigen“, sagte der Minister. Neben der Förderung der öffentlichen touristischen Infrastruktur werde die Landesregierung auch die Neuansiedlung und Modernisierung von Hotels weiter unterstützen. Meyer: „Daneben sollen die Chancen im Städtetourismus und bei den ausländischen Gästen durch zielgerichtetes Marketing besser genutzt werden.“

Von den Übernachtungen kamen 8,9 Millionen aus Deutschland und 2,7 Millionen aus dem Ausland; das entspricht einem Auslandsanteil von knapp 23 Prozent. „Das ist gut, aber noch nicht das, was wir uns vorgenommen haben“, sagte Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos). Hamburgs Potenzial als Reiseziel ist nach Einschätzung von Dietrich von Albedyll noch längst nicht ausgeschöpft. „Hamburg hat kein Nachfrage- sondern ein Angebotsproblem“, sagte der Geschäftsführer der HHT. Mit einer Auslastung der Hotelzimmer von 78 Prozent werde Hamburg in Europa nur noch von London und Paris übertroffen; bei größeren Ereignissen seien die Kapazitäten schnell ausgebucht. In diesem Jahr sollen in Hamburg neun Hotels mit mehr als 3200 Betten neu eröffnen. Damit vergrößert sich die Kapazität um sechs Prozent auf rund 56.000 Betten.

Mit dpa

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erstellt am 21.Feb.2014 | 16:03 Uhr

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