Hochverschuldete Landesbank : Medienbericht: Großaktionär der Deutschen Bank winkt bei HSH Nordbank ab

<p>Der Eingang zur HSH Nordbank. /Archiv</p>

Der Eingang zur HSH Nordbank. /Archiv

Für die HSH Nordbank wird ein Käufer gesucht. Der Mischkonzern HNA hat kein Interesse mehr.

shz.de von
08. Mai 2017, 18:16 Uhr

Hamburg | Der chinesische Großaktionär der Deutschen Bank HNA hat Kreisen zufolge kein Interesse mehr an der zum Verkauf stehenden HSH Nordbank. Die verbliebenen Interessenten prüften derzeit die Bücher des Instituts, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Verweis auf mit der Sache vertraute Personen. Für die laufende Wochen seien zudem erste Treffen mit dem Management geplant. Ein HNA-Sprecher wollte den Bloomberg-Bericht auf Nachfrage nicht kommentieren.

Die HSH Nordbank war während der Finanzkrise in eine Schieflage geraten und ächzt bis heute unter einem Berg fauler Schiffskredite. Der Staat musste damals einspringen und stützte die Bank mit einer milliardenschweren Garantie. Auf Druck der EU müssen sich die Besitzer - die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein - bis Anfang 2018 von der HSH Nordbank trennen, andernfalls wird sie abgewickelt.

In der vergangenen Woche hatte der „Spiegel“ berichtet, dass der chinesische Versicherer Anbang unter den potenziellen Käufern sei. Auch der Finanzinvestor Apollo Global Management sei interessiert. Der Mischkonzern HNA war zuletzt mit einer Beteiligung von 9,90 Prozent zum größten Anteilseigner der Deutschen Bank aufgestiegen.

Die HNA Group ist unter anderem in der Luftfahrt, im Tourismus und im Immobiliengeschäft aktiv. Der Mischkonzern kauft momentan den Flughafen Hahn im Hunsrück und ist beim schweizerischen Duty-free-Konzern Dufry eingestiegen.

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