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Energiewende : Massiver Windkraftausbau in SH: Was Investoren planen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die installierte Leistung soll stark steigen. Besonders das Interesse an Gebieten außerhalb früherer Windeignungsflächen ist groß.

Till Lorenz ist Mitglied der Wirtschaftsredaktion. von
erstellt am 26.Mär.2016 | 11:51 Uhr

Kiel | Der Ausbau der Windkraft in Schleswig-Holstein wird auch in den kommenden Jahren rasant voranschreiten. Darauf deuten zumindest Zahlen der Schleswig-Holstein Netz AG hin, die shz.de vorliegen. Demnach hat das Unternehmen gegenwärtig Anfragen zum Anschluss von Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 2500 Megawatt. Zum Vergleich: Gegenwärtig hängen bereits Anlagen mit einer Leistung von 7300 Megawatt am Netz der Schleswig-Holstein Netz AG. Allein seit Anfang letzten Jahres haben Betreiber den Anschluss von mehr als 1270 Megawatt Windkraft angefragt.

Wird in Schleswig-Holstein aus gewolltem Windkraft-Boom unkontrollierter „Wildwuchs“? Sprießen Anlagen dort aus dem Boden, wo das per Bürgerentscheid abgelehnt wurde? Das Urteil des Oberverwaltungsgerichts zur Ausweisung von Windenergieflächen hat solche Sorgen genährt, nachdem der Windkraft-Ausbau in den letzten zwei Jahrzehnten mit tendenziell steigender Akzeptanz vorankam.

Bestätigt fühlen dürften sich dabei wohl jene, die nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Schleswig zu den Windeignungsflächen gewarnt haben, dass Investoren nun verstärkt auf neue, bislang nicht zum Aufstellen zugelassene Flächen zugreifen könnten. So wurde laut Schleswig-Holstein Netz AG für Flächen, auf denen vor dem Schleswiger Urteil überhaupt keine Anlagen errichtet werden durften, der Anschluss von 339 Megawatt Windkraft-Strom angefragt.

Seit dem Urteil müssen Betreiber der Anlagen lediglich das jeweilige Baurecht beachten. Allein in Nordfriesland gibt es Pläne, Anlagen mit einer Leistung von 57 Megawatt außerhalb der Windeignungsflächen zu errichten. 65 Megawatt sind es in Ostholstein. Von rund 250 Megawatt, die für den Kreis Schleswig-Flensburg in den Büchern stehen, sollen derzeit 59 Megawatt außerhalb der Windeignungsflächen installiert werden.

So groß ist die Leistung, die Investoren außerhalb von Windeignungsflächen in den Kreisen installieren wollen:

Kreis Leistung*
Ostholstein 65
Schleswig-Flensburg 59
Nordfriesland 57
Dithmarschen 56
Rendsburg-Eckernförde 56
Segeberg 30
Herzogtum Lauenburg  13
Steinburg  3
*in Megawatt Quelle: SH Netz

Bundesweit weniger Geld für Erneuerbare

Unterdessen zeigt eine Studie, dass die Investitionen in erneuerbare Energien insgesamt bundesweit im vergangenen Jahr gesunken sind. So flossen einem Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP und der Frankfurt School of Finance & Management (FSF) zufolge 8,5 Milliarden Dollar in Solarenergie, Windkraft und Biogasanlagen – 47 Prozent weniger als im Vorjahr. Weltweit stiegen Investitionen in Erneuerbare um fünf Prozent auf von 286 Milliarden Dollar. Dabei steckten erstmals die Entwicklungsländer mit 156 Milliarden Dollar mehr Geld in Erneuerbare als die Industrienationen (130 Milliarden Dollar).

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