Nord-Ostsee-Kanal : Marode Kanalschleuse: Schifffahrtsexperten rügen Bund

Nautischer Verein Kiel wirft Bundesministerium vor, den Nord-Ostsee-Kanal zu vernachlässigen. Marode Schleusen müssten sofort saniert werden.

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22. August 2011, 12:26 Uhr

Der Streit um die auf Eis liegende Modernisierung der Schleusen am Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel geht weiter. Der Nautische Verein Kiel warf dem Bundesverkehrsministerium am Freitag vor, es zeige unverantwortliches Desinteresse an einer der wichtigsten Verbindungen in den Ostseeraum.
Der Verein, der die Interessen von Schifffahrt, Werften, Häfen und Marine vertritt, reagierte auf Äußerungen, die Staatssekretär Klaus-Dieter Scheurle, am Donnerstag gemacht hatte. Danach wird der Neubau einer Schleuse, dessen Planung bereits abgeschlossen ist, wahrscheinlich weiter in die Ferne rücken. Das Bundesverkehrsministerium will stattdessen möglicherweise zuerst die beiden bestehenden, maroden Schleusen von Grund auf sanieren.
Schnell handeln um Kollaps des Kanals zu vermeiden
Der Nautische Verein bekräftigte die Forderung nach einem Neubau: "Denn nach wie vor hängt der Zustand der maroden Brunsbütteler Schleusen wie ein Damoklesschwert über allen Beteiligten, da trotz des Versuchs der Grundsanierung beide Schleusen jederzeit zusammen ausfallen können", hieß es.
"Wir brauchen jetzt schnelle Entscheidungen und eine zügige Freigabe der benötigten Mittel, damit der Sanierungsstau beseitigt werden kann und dem Kanal nicht der Kollaps droht", meinte auch der SPD-Verkehrsexperte Mathias Stein. Die Grünen wollen im Landtag einen sofortigen Neubaustart beantragen - als Alternative zur Elbvertiefung. "Die im Bundeshaushalt eingestellten Mittel für die Schleuse müssen freigegeben und die Mittel für die Elbvertiefung dorthin umgewidmet werden", forderte der Landtagsabgeordnete Andreas Tietze.

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