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Regen in SH : Mais-Ernte in Verzug – Bauern läuft die Zeit weg

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Viele Bauern werden unruhig: Das nasskalte Herbstwetter verzögert die Mais-Ernte. Die Herbstnächte könnten laut werden.

Wo bleiben die Maishäcksler? Der November naht und in großen Teilen Schleswig-Holsteins steht der Mais noch. Vor allem im Norden verregnet das nasskalte Herbstwetter in diesen Tagen die Ernte. Das Zeitfenster der Landwirte wird damit immer kleiner. Die Folge: Kommt in den nächsten Wochen eine Hochdruckwetterlage, brummen überall im Land die Erntemaschinen – auch nachts.

Davon geht Peter Levsen Johannsen, Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer (LWK) in Rendsburg, aus: „In einigen Teilen werden die Bauern langsam unruhig.“ Johannsen schätzt, dass in Schleswig-Holstein aktuell gerade einmal 25 Prozent Mais geerntet seien. „Im vergangenen Jahr hatten wir zu diesem Zeitpunkt bereits alles abgeerntet.“ Allerdings gibt es im Land offenbar regional starke Unterschiede. Während nach Angaben des Bauernverbands im Süden in den Kreisen Stormarn oder Herzogtum Lauenburg die Felder bereits abgeerntet sind, haben viele Bauern an der dänischen Grenze noch gar nicht anfangen können.

Sonniges, trockenes Wetter – das wäre laut Bauernverbands-Sprecher Klaus Dahmke das optimale Erntewetter für Mais: „Jeder Landwirt will so wenig Feuchtigkeit nach Hause tragen wie möglich.“ Außerdem würde die Ernte bei Sonnenschein die Äcker schonen und Landstraßen weniger verschmutzen. Aber nicht nur das Herbstwetter, schon das ganze Jahr über sei die Witterung für den Mais nicht optimal gewesen, erklärt Peter Levsen Johannsen: „Der Mais braucht Wärme. Aber das Frühjahr war verhältnismäßig kalt. Auch die erste Augusthälfte und der September hatten deutlich schwächere Temperaturen.“ In dieser Zeit sei die Reife fast zum Stehen gekommen. „Wir sind im Vergleich zum Vorjahr drei Wochen im Rückstand. Das ist ungewöhnlich“, sagt der LWK-Chef.

Bauernverband wie Landwirtschaftskammer betonen, dass Landwirte und Lohnunternehmer sehr um die Rücksichtnahme auf andere Verkehrsteilnehmer bemüht sind. „Wir sind uns unserer Verantwortung für den Straßenverkehr bewusst. Aber wenn das Wetter es zulässt, müssen die Bauern klotzen.“ Ernte unter erschwerten Bedingungen. Nennenswerte Ertragsausfälle werden aber nicht erwartet.

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erstellt am 17.Okt.2015 | 13:42 Uhr

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