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Luftfahrtbranche bleibt Jobmotor für den Norden

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 18.Aug.2014 | 18:45 Uhr

Die Beschäftigungsaussichten in der norddeutschen Luft- und Raumfahrtindustrie bleiben günstig. In 39 Prozent der Nord-Unternehmen sei mit Stellenzuwachs zu rechnen, lediglich 17 Prozent beabsichtigten, Jobs zu streichen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter den Betriebsräten der Branche im Auftrag der IG Metall (IGM). Demnach sind die Auftragsbücher so gut gefüllt, dass 54 Prozent der Unternehmen an der Küste bis 2018 ausgelastet sind. Treiber des Booms ist die Auftragsflut beim europäischen Flugzeugbauer Airbus, der allein an seinem deutschen Hauptsitz in Hamburg-Finkenwerder 14 200 Mitarbeiter beschäftigt. Trotz der rosigen Aussichten übten die Arbeitnehmervertreter bei der Vorstellung der Studie auch Kritik. So verwies IGM-Bezirksleiter Meinhard Geiken auf den bereits spürbaren Fachkräftemangel in der Branche. Laut Umfrage haben rund 70 Prozent der Betriebe Probleme, Jobs mit qualifiziertem Personal zu besetzen. Geiken: „Wir brauchen eine Erhöhung der Ausbildungsquote von knapp fünf auf acht Prozent.“

Besondere Sorgen bereitet den Gewerkschaftern die Entwicklung im Bereich nicht fest angestellter Mitarbeiter. So liegt die Leiharbeiterquote in den befragten norddeutschen Luftfahrtfirmen mit 18 Prozent deutlich über dem Branchenschnitt (12,6 Prozent). Trotz Fortschritten bei der Übernahme von Leiharbeitern wünscht sich Airbus-Betriebsratschef Rüdiger Lütjen eine größere Bereitschaft des Unternehmens, Neueinstellungen auf Basis von Festverträgen vorzunehmen. Zudem warnte Lütjen die Airbus-Führung davor, systematisch Leiharbeitsverträge in noch ungünstigere Werkverträge umzuwandeln. „Das ist bei uns eine Black Box“, ärgert sich der Betriebsratschef. Es gebe bisher keine gesetzliche Verpflichtung für den Arbeitgeber, beim Abschluss von Werkverträgen die Arbeitnehmervertreter zu informieren, geschweige denn zu beteiligen. So wissen Lütjen und seine Kollegen auch nicht, welches Ausmaß das Instrument der Werkverträge bei Airbus mittlerweile angenommen hat. Der Betriebsratsvorsitzende schätzt, dass im Werk Finkenwerder etwa 2500 Mitarbeiter mit entsprechenden Verträgen tätig sind. Lütjen: „Wir fordern die Unternehmensleitung auf, endlich Transparenz zu schaffen.“

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