Glücksspiel-Gesetz : Lotto-Faber zieht es nach Glückstadt

Das neue Glücksspiel-Gesetz macht es möglich: Norman Faber will sein Lotto-Unternehmen in Glückstadt (Kreis Steinburg) ansiedeln. Das Land erwartet satte Steuereinnahmen.

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06. November 2011, 02:14 Uhr

Der Lottounternehmer Norman Faber hat seine Absicht bekräftigt, Teile seiner derzeit in Bochum beheimateten Firma nach Schleswig-Holstein zu verlagern. "Ich sympathisiere mit Glückstadt" (Kreis Steinburg), sagte Faber am Rande eines Treffens von Spitzenvertretern des Deutschen Lottoverbandes gestern in Lübeck. Entschieden sei aber noch nichts.
Faber lobte das von der schwarz-gelben Koalition im Kieler Landtag beschlossene Glückspielgesetz, das auch privaten Lottovermittlern ab Januar 2012 eine "faire Tätigkeit" erlaube. Der Gesetzestext war zuvor von der EU als europarechtskonform abgesegnet worden.
12 Milliarden Euro Umsatzausfälle
Im Gegensatz dazu werde der in der vergangenen Woche von der Konferenz der Ministerpräsidenten beschlossene Glückspielstaatsvertrag am europäischen Wettbewerbsrecht scheitern, sagte Magnus von Zitzewitz vom deutschen Spielevermittler Tipp24.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) hatte sich als einziger der Länderregierungschefs bei der Abstimmung über das seit 2007 diskutierte Regelwerk der Stimme enthalten. Von Zitzewitz sagte, das Tauziehen um die Neuregelung des deutschen Glückspielmarktes habe "ein absolutes Desaster" ausgelöst.
Die Branche bezifferte die Umsatzausfälle in den vergangenen vier Jahren auf 12 Milliarden Euro, acht Milliarden Euro seien dem Staat seither an Steuern und Zweckerträgen verloren gegangen.
40 Unternehmen wollen Lizenzen
Der CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Jörn Arp und FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki appellierten an die anderen Bundesländer, sich dem schleswig-holsteinischen Kurs anzuschließen. Die Vorlage der Ministerpräsidentenkonferenz werde bei den Gerichten nicht durchstehen, sagte Kubicki.
Sollte es zu keiner Einigung der 16 Länder kommen, werde Schleswig-Holstein mit Beginn des kommenden Jahres Lizenzen nicht nur Lotto- und Sportwettenanbieter, sondern auch für das Casino- und Poker-Spiel im Internet vergeben.
Nach Darstellung von Arp haben inzwischen über 40 Unternehmen Interesse an Lizenzen bekundet. Die möglichen Einnahmen für das Land bezifferte Arp auf mindestens 60 Millionen Euro jährlich.

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