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Deutsche Bahn : Lokführer-Streik: Notfahrplan läuft „stabil“

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Der zweite Tag des Streik-Wochendes bei der Bahn. Pendler können wohl aufatmen - zumindest eine Woche lang.

Der Streik der Lokführergesellschaft GDL sorgt auch am Sonntag im Norden für zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen. In Hamburg und Schleswig-Holstein laufe der Notfahrplan jedoch „stabil“, sagte eine Bahnsprecherin am Sonntagmorgen. Rund jede dritte Bahn im Fernverkehr fährt demnach, auf einigen Strecken im Regionalverkehr wurden zusätzlich Busse eingesetzt. Die S-Bahn Hamburg fährt nach Bahnangaben im Zwanzig-Minuten-Takt.

Die Lokführer hatten in der Nacht zu Samstag die Arbeit niedergelegt. Zum Beginn oder Ende der Herbstferien in neun Bundesländern trafen die Lokführer mit ihrem Streik am Samstag die Bahnkunden hart. Die GDL will den Streik trotz wiederholt geäußerter Verhandlungsbereitschaft der Deutschen Bahn bis zum Montagmorgen um 4 Uhr durchziehen.

Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, hat eine siebentägige Streikpause ab Montag in Aussicht gestellt. „Ich denke, dass wir über die nächste Woche reden und dass wir dort eine Pause einlegen von mindestens sieben Tagen“, sagte Weselsky am Samstagabend im ZDF-„heute-journal“.

Weselsky sagte am Samstagnachmittag in Dresden, es sei unvermeidbar, Reisende zu beeinträchtigen. Auf den Vorwurf, Streiks in der Ferienzeit auszurufen, entgegnete er: „Es ist immer Hauptreisezeit, an sieben Tagen in der Woche.“ Ein neues Tarifangebot der Bahn hatte die GDL am Freitag abgelehnt. Dieses sah für die Lokführer eine dreistufige Einkommenserhöhung um insgesamt 5 Prozent bei einer Vertragslaufzeit von 30 Monaten vor. Von dem Konzern erwartete die Gewerkschaft „verhandelbare Angebote“. Am Ende entscheide die Bahn, „ob wir in den Verhandlungsmodus kommen oder in den nächsten Arbeitskampf“, sagte Weselsky.

Bedingung der GDL für Tarifgespräche mit der Bahn ist es, neben den Lokführern auch für das übrige Zugpersonal wie Zugbegleiter oder Bordgastronomen zu verhandeln. Für diese Berufsgruppen führt jedoch die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) die Gespräche.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) forderte Bahn und GDL erneut auf, den festgefahrenen Tarifkonflikt schnell zu entschärfen. Dobrindt forderte die GDL zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. „Wenn in Tarifverhandlungen konkrete Angebote auf dem Tisch liegen, sollte verhandelt werden“, sagte der CSU-Politiker der Zeitung „Bild am Sonntag“. Die Bahn sei das zentrale Verkehrsmittel in Deutschland mit Millionen Fahrgästen täglich. Tarifauseinandersetzungen wie auch Streiks seien ein elementarer Bestandteil der Tarifautonomie, „dazu gehört aber auch die Verpflichtung zum verantwortungsvollen Umgang damit, das heißt auch die Folgen für betroffene Dritte möglichst gering zu halten“, sagte Dobrindt.

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erstellt am 19.Okt.2014 | 10:04 Uhr

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