zur Navigation springen

Beltquerung, Ostküstenleitung und Co. : „Landfraß“: Ostholsteins Bauern gehen auf die Barrikaden

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Landwirte in der Region Ostholstein sehen sich durch mehrere Projekte benachteiligt. Der Vorwurf: Leitungen, Schienen und Co. kosten sie ihr Land.

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2015 | 11:01 Uhr

Paukenschlag für die geplanten Großprojekte Ostküstenleitung, Beltquerung und Schienenhinterlandanbindung in Ostholstein: Die Landwirte in der Region sind verärgert, kündigen jetzt die bisherige Zusammenarbeit mit Planern und Gremien auf.

Der Grund: Die Landwirte fühlen sich nicht ernst genommen, sehen ihre Interessen nicht genügend berücksichtigt und befürchten einen übergroßen „Landfraß“ im Zuge des Baus von 380-KV-Leitung und den Schienentrassen. „Wir haben langsam die Nase voll“, sagt Holger Schädlich, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Ostholstein-Lübeck. Viele Tropfen hätten jetzt das Fass zum überlaufen gebracht. Nun sei die Zeit für Gegenwind gekommen. Juristische Schritte seien nicht ausgeschlossen, so Schädlich.

Der Bauernverband geht von einem Flächen- und Kompensationsbedarf für die Großprojekte in Ostholstein von 2435 Hektar aus – das entspricht einer Fläche von etwa sechs Dörfern in der Region, rechnet Schädlich vor. Dieser Landverlust stelle umgerechnet eine wirtschaftliche Einbuße von rund 7,2 Millionen Euro pro Jahr für die Region dar.

Bisher habe der 1400 Mitglieder starke Verband „recht konstruktive Gespräche“ geführt, sagt Klaus-Dieter Blanck, Vorsitzender des Kreisbauernverbands. Doch seit kurzem sieht das anders aus. Flächen für den geplanten Seetunnel sollen nun an Land ausgeglichen werden, Strommasten sollen nicht in den Knicks, sondern mitten auf den Feldern gebaut und im Zuge des Baus der Schienenhinterlandanbindung würden breite Zonen entstehen, die nicht mehr bewirtschaftet werden könnten, so Blanck.

Viele Maßnahmen im Zuge der Großprojekte seien zudem „ein Kniefall vor dem Naturschutz“, sagt Schädlich.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen