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Windkraftpläne für SH : Landesregierung veröffentlicht Online-Windkraft-Atlas zum Kommentieren

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auf der Onlineplattform kann jeder seine Einwände und Alternativvorschläge zu den neuen Rotoren-Plänen äußern.

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2016 | 09:53 Uhr

Kiel | Seit Dienstag tickt die Uhr: Noch 184 Tage haben die Schleswig-Holsteiner Zeit, Einspruch gegen Einzelheiten der Windkraftpläne der Landesregierung zu erheben. Das ist so einfach möglich wie noch bei keinem anderen Großprojekt zuvor: Am ersten Tag nach Weihnachten hat die Staatskanzlei dazu ein neues Online-Tool freigeschaltet. Auf der Seite bob-sh.de (kurz für Bauleitplanung Online-Beteiligung) kann man sich durch die Entwürfe der Anfang Dezember vorgestellten Regionalpläne für die künftigen Windkraftflächen klicken – und direkt kommentieren.

Sämtliche 354 Vorranggebiete, die die Landesplanung für Rotoren ausgewählt hat, sind jeweils mit einer hochdetaillierten Karte dargestellt. Jedes Flurstück wird kurz charakterisiert. Daraufhin erläutert die Staatskanzlei, nach welchen Prüfkriterien sie das Flurstück als geeignet eingestuft hat. Aus den Angaben geht unter anderem hervor, wie die Planer die Konflikt-Risiken etwa mit dem Vogelschutz, dem Tourismus oder der Ausweisung neuer Wohn- oder Gewerbegebiete einschätzen. Oder wo der Netzanschluss noch offen ist. Ebenfalls ist zu sehen, welche bestehenden Windkraftflächen in die künftigen Vorranggebiete übernommen werden. Interessante Erkenntnisse liefert das Kartenwerk nicht nur darüber, wo Windkraft hinkommt – sondern auch, wo nicht. 580 weitere Teilflächen hat das Land ebenso auf ihre Eignung geprüft, dann aber aus verschiedensten Gründen verworfen.

Die Kommentierfunktion auf bob-sh.de ist bis zum 30. Juni freigeschaltet. So lange läuft die gesetzlich vorgegebene Frist zur Anhörung der Regionalpläne. Ministerpräsident Torsten Albig spricht von der „größten institutionalisierten Bürgerbeteiligung in der Geschichte des Landes“.

Wie weit das Land auf Vorbehalte, Proteste, Alternativvorschläge oder sonstige Hinweise Rücksicht nimmt, wird sich gegen Ende des neuen Jahres zeigen: Vier bis sechs Monate hat die Landesplanung nach Ablauf der Anhörungsfrist angesetzt, um die Einwendungen zu gewichten und darüber zu entscheiden. Dann soll eine erneute Anhörung der überarbeiteten Pläne erfolgen. Nicht nur Bürger, sondern auch Träger öffentlicher Belange sind zur Anhörung aufgerufen – etwa Gemeinden, Naturschutzverbände, die Flugsicherung oder die Bundeswehr. Bis zum gestrigen Spätnachmittag hatte das Land 235 Besucher auf der neuen Seite registriert.

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