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Auch in SH und Hamburg : Kurz vor Ostern: Post-Zusteller streiken

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Verdi ruft vor den Feiertagen zu Warnstreiks bei der Deutschen Post auf. Die Beschäftigten seien „nicht streikwütig, aber durchaus konfliktfähig“.

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2015 | 15:15 Uhr

Hamburg | Zahlreiche Postkunden haben in Hamburg und Schleswig-Holstein vergeblich auf ihre Osterpäckchen und Briefe gewartet. Bei einem bundesweiten Warnstreik legten nach Angaben der Gewerkschaft Verdi am Dienstag auch in Hamburg und Schleswig-Holstein zahlreiche Postboten die Arbeit nieder. In der Hansestadt waren unter anderem die Brief- und Paketzustellbereiche Bergedorf, Harburg, Eppendorf und Barmbek betroffen. In Schleswig-Holstein ruhte die Arbeit unter anderem in Lübeck, Pinneberg, Quickborn, Ratzeburg und Flensburg. Zu Streikkundgebung vor dem Hamburger Gewerkschaftshaus kamen nach Verdi-Angaben bis zu 700 Beschäftigte.

Verdi kämpft bei der Post für Arbeitszeitverkürzungen - von 38,5 auf 36 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich - für die 140.000 tariflich bezahlten Mitarbeiter des Unternehmens und will die Ausgliederung von Beschäftigten in Regionalgesellschaften mit geringerer Bezahlung verhindern. Das Post-Management hatte verschiedene Ideen zur Verkürzung und Flexibilisierung von Arbeitszeiten vorgelegt, aber die Frage des Lohnausgleichs ausgeklammert. Die Friedenspflicht zum gekündigten Tarifvertrag Arbeitszeit lief zum 1. April um 0.00 Uhr aus.

„Die Beschäftigten stehen hinter der Verdi-Forderung zur Verkürzung der Arbeitszeit als Kompensation für den Vertragsbruch der Post. Die Kolleginnen und Kollegen sind nicht streikwütig, aber durchaus konfliktfähig“, sagt Lars-Uwe Rieck, Verdi-Landesfachbereichsleiter Postdienste Nord/Hamburg.

Im Zusammenhang mit der Gründung von regionalen Gesellschaften in der Paketzustellung wirft Verdi der Post vor, vertragliche Vereinbarungen zum Schutz vor Fremdvergabe gebrochen zu haben. Diese Regelung sieht vor, dass die Post bei der Zustellung von Briefen und Paketen maximal 990 Zustellbezirke an konzerninterne oder externe Unternehmen vergeben darf. Für die regionalen Gesellschaften gilt zudem nicht der Haustarifvertrag, sondern der niedrigere Tarif des Logistikgewerbes.

Die Arbeitgeber lehnten die Forderung nach Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich in der ersten Verhandlungsrunde am 19. März ab und legten kein Angebot vor. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 14. April in Berlin statt.

Die Arbeit wird heute in folgenden Brief- und Paketzustellbereichen niedergelegt:

Schleswig-Holstein: Lübeck, Pinneberg, Elmshorn, Neumünster, Uetersen, Quickborn, Bad Oldesloe, Ratzeburg, Mölln, Flensburg, Glinde.

Hamburg: Bergedorf, Harburg, Hohe Luft, Eppendorf, Barmbek, Uhlenhorst, Wandsbek, Marienthal.

Jeden Tag sind bundesweit unzählige Briefe und Pakete unterwegs. Die Briefträger und Paketboten der Deutschen Post DHL tragen die Sendungen zu Fuß, per Fahrrad, mit dem Auto oder mit Transportern aus. Einige der insgesamt rund 100.000 Zusteller sind seit einiger Zeit auch mit dem E-Bike unterwegs. Sie haben täglich jede Menge Fracht im Gepäck:

- Rund 64 Millionen Briefe werden täglich zugestellt. 94 Prozent davon erreichen laut Post schon nach einem Tag ihr Ziel
- An Werktagen werden durchschnittlich rund 3,4 Millionen Pakete und Päckchen befördert
- Für die Auslieferung stehen den Post-Zustellern bundesweit 30.000 Autos und 15.800 Fahrräder zur Verfügung
- An Spitzentagen vor Weihnachten rechnet das Unternehmen mit über sieben Millionen Paketen täglich

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