Kommunale Einrichtungen : Kita-Streik geht weiter: 1500 Erzieherinnen demonstrieren in Lübeck

Rund 1500 Mitarbeiter kommunaler Kitas in SH demonstrieren vor dem Holstentor in Lübeck.
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Rund 1500 Mitarbeiter kommunaler Kitas in SH demonstrieren vor dem Holstentor in Lübeck.

In Hamburg und SH bleiben weiter zahlreiche Kitas geschlossen. In SH und Hamburg sind Kundgebungen geplant. Welche Rechte haben die Eltern?

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18. Mai 2015, 06:42 Uhr

Lübeck/Hamburg | Mit einer Demonstration in Lübeck ist der Streik der Erzieherinnen an kommunalen Kitas in Schleswig-Holstein in die zweite Woche gegangen. Rund 1500 Beschäftigte des Sozial- und Erziehungsdienstes aus dem ganzen Land waren am Montag dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi gefolgt und zogen mit Rasseln und Trillerpfeifen durch die Innenstadt. Auf Transparenten forderten sie eine höhere Bezahlung und mehr Wertschätzung für ihre Arbeit. Von dem unbefristeten Arbeitskampf sind nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bis zu 140 Einrichtungen im Land betroffen.

„Wir sind Profis und keine Kita-Tanten“ und „Wollt ihr wirklich, dass wir so schlecht arbeiten, wie wir bezahlt werden?“ stand auf Transparenten, die im Demonstrationszug zu sehen waren. „Kinder sind unser höchstes Gut. Deshalb fordern wir für die, die unsere Kinder betreuen, durchschnittlich zehn Prozent mehr Gehalt“, sagte GEW-Landesgeschäftsführer Bernd Schauer. Dieses Plus dürfe aber nicht zulasten der Eltern gehen, sondern müsse von den Kommunen getragen werden.

Verdi und GEW fordern für die bundesweit 240.000 Beschäftigten eine bessere Eingruppierung - im Schnitt geht es etwa um 10 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände hält das für unbezahlbar und hatte die Gewerkschaften zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgerufen.


Die Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände lehnt pauschale Erhöhungen ab, hat aber Verbesserungen bei der Eingruppierung bestimmter Tätigkeiten angeboten.  Die Landeselternvertretung fordert ein schnelles Ende des Tarifkonfliktes. Dieser dürfe nicht auf dem Rücken von Kindern und Eltern ausgetragen werden. „Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels halten wir moderate, realisierbare Gehaltserhöhungen für den Beruf des Erziehers für überfällig. Gleichzeitig fordern wir mehr Qualität im Bereich der frühkindlichen Bildung“, sagte die Sprecherin der Landeselternvertretung, Levke Stenman.

An dem unbefristeten Streik hatten sich seit Freitag vergangener Woche mehrere tausend Erzieher beteiligt. In Schleswig-Holstein wollen am Montag nach Angaben der Gewerkschaften wieder 1500 Erzieher in rund 130 Kitas ihre Arbeit niederlegen. Damit sei jede dritte Kita wegen des unbefristeten Arbeitskampfes geschlossen, sagte GEW-Landesgeschäftsführer Bernd Schauer. Da rund 1500 Erzieherinnen und sozialpädagogische Assistentinnen streikten, seien etwa 15.000 Kinder betroffen. Schwerpunkte sind Kiel, Lübeck, Neumünster, Flensburg, Norderstedt und Heide. Aber auch in kleineren Orten wurde gestreikt.

In Hamburg nehmen rund 2000 Kita-Mitarbeiter an dem Streik teil. In Elmshorn, Wedel und Itzehoe seien in der kommenden Woche weitere Aktionen und Kundgebungen geplant, teilte die Gewerkschaften am Freitag mit.

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi müssen Eltern voraussichtlich bis Pfingsten mit geschlossenen Kitas rechnen. „Wir gehen davon aus, dass bis Pfingsten gestreikt wird. Es kann aber auch über Pfingsten hinausgehen oder auch nicht“, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Hilke Stein am Montag. „Alles hängt davon ab, ob wir ein Angebot von Arbeitgeberseite bekommen, womit wir wieder an den Verhandlungstisch zurück können.“ Sollte es ein Angebot der Arbeitgeber geben, würden die Streiks sofort ausgesetzt.

Das sind die Rechte der Eltern:

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