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Wizzair : Keine Linienflüge mehr am Flughafen Lübeck-Blankensee

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Nach Ryanair zieht auch Wizzair seine Linien aus Lübeck ab. Grund: Die finanziellen Probleme des Flughafens.

shz.de von
erstellt am 17.Mär.2016 | 16:05 Uhr

Lübeck | Der insolvente Lübecker Flughafen muss einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Die ungarische Billigfluglinie Wizzair kündigte am Donnerstag an, ihre Flüge vom 17. April an von Lübeck nach Hamburg zu verlegen. Damit kehrt auch die letzte noch verbliebene Fluggesellschaft Lübeck den Rücken. Das Unternehmen begründete diesen Schritt auf seiner Internetseite mit anhaltenden finanziellen Problemen des Flughafens. Der Regionalairport hatte im September 2015 zum zweiten Mal Insolvenz anmelden müssen. Seither sucht Insolvenzverwalter Klaus Pannen nach einem neuen Investor.

Blankensee ist Schleswig-Holsteins größter Flughafen und war bisher der einzige mit regelmäßigen internationalen Verbindungen. Mit dem Chinesen Chen Yongquiang ist bereits der vierte Betreiber in zehn Jahren gescheitert. Zuvor hatten der neuseeländische Konzern Infratil, die Hansestadt Lübeck und der Geschäftsmann Mohamad Rady Amar versucht, den Flughafen auf Vordermann zu bringen.

In einer schriftlichen Erklärung Pannens heißt es, die Entscheidung von Wizzair bedeute eine Aussetzung der bestehenden Linienflugverbindungen am Lübeck Airport. Unabhängig davon werde aber weiterhin mit aller Kraft daran gearbeitet, die begonnenen Verhandlungen mit jetzt noch zwei potenziellen Käufern und zukünftigen Betreibern des Flughafens zum Abschluss zu bringen. Ziel sei es weiterhin, den Flugbetrieb dauerhaft zu sichern.  Ursprünglich hatte Pannen mit fünf Interessenten über eine Übernahme des Flughafens verhandelt. Die Frist dafür hat er bereits viermal verlängert.

Wie die „Lübecker Nachrichten“ am Donnerstag berichteten, will Pannen den Hauptausschuss der Hansestadt Lübeck am Dienstag (22. März) in nicht-öffentlicher Sitzung über den Stand der Verhandlungen informieren. Lübeck hatte den hochdefizitären Flughafen zwar 2014 an die Puren Germany des Chinesen Chen Yongquiang verkauft; die Stadt hat aber großes Interesse an einem Weiterbetrieb. Würde der Flugbetrieb eingestellt, müsste sie Fördergelder in Millionenhöhe an das Land zurückzahlen.

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