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Rote Zahlen : Karstadt stellt Filialen erneut auf den Prüfstand

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Die Mitarbeiter in den Karstadt-Kaufhäusern müssen erneut um ihre Jobs zittern. Weil das Unternehmen nach wie vor rote Zahlen schreibt, schließt der Aufsichtsrat nicht aus, weitere Standorte aufzugeben.

Till Lorenz ist Mitglied der Wirtschaftsredaktion. von
erstellt am 31.01.2014 | 06:30 Uhr

Berlin/Kiel | Karstadt-Mitarbeiter müssen wieder bangen: Der angeschlagene Warenhauskonzern kommt nicht aus den roten Zahlen und will daher alle 83 Filialen auf den Prüfstand stellen. In Schleswig-Holstein unterhält Karstadt insgesamt fünf Filialen in Flensburg, Lübeck, Kiel, Neumünster und Norderstedt und beschäftigt rund 900 Mitarbeiter. Sieben Filialen sind es in Hamburg. Daneben gibt es noch fünf Karstadt-Sport-Filialen im Norden, die als profitabel gelten, jedoch seit der Umstrukturierung des Konzerns nicht mehr Teil der Karstadt-Warenhaus GmbH sind.

„Wir verdienen mit den Warenhäusern kein Geld“, räumte Aufsichtsratschef Stephan Fanderl ein. Deshalb müsste es jetzt darum gehen, die Häuser zu identifizieren, die „trotz aller gemeinsamen Bemühungen nicht zu drehen sind“. Hier sei die Frage unabweisbar, ob sie grundsätzlich oder in der bisherigen Form weiter betrieben werden können.

Die Gewerkschaft Verdi zeigte sich erstaunt von Fanderls Ankündigung. „Wir verhandeln nicht über Standortschließungen“, betonte Verdi-Nord-Sprecher Frank Schischefsky in Kiel. In den Gesprächen mit der Unternehmensführung gehe es um Standortsicherung. Das gelte auch für die Filialen in Schleswig-Holstein.

Alle Augen richten sich jetzt auf die neue Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt. In der Vergangenheit hatte die ehemalige Ikea-Managerin betont, dass künftig die Mitarbeiter wieder im Fokus stehen sollten. „Jetzt wird sie Taten folgen lassen müssen“, heißt es bei Verdi. Doch viel Zeit bleibt ihr nicht. „In zwei bis drei Monaten sollte der Plan stehen“, sagt Aufsichtsratschef Fanderl.

Dierk Böckenholt, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbands Nord, warnt mit Blick auf Erfahrungen nach dem Aus der Hertie-Filialen vor den Folgen, die Standortschließungen von Warenhäusern für die Innenstädte im Norden haben. „Ich hoffe, dass wir das bei Karstadt nicht erleben.“ Auf Karstadts Zukunft angesprochen zeigt er sich aber optimistisch. „So ein Unternehmen hat nach wie vor eine Tradition.“

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