Studie : Junge Firmen irren häufig durch Förderdschungel

Junge Unternehmer klagen über mangelnde Transparenz auf der Suche nach den richtigen Förderprogramm. Doch viele lassen sich auch nicht beraten.

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22. März 2011, 08:06 Uhr

Kiel | Junge Unternehmen in Schleswig-Holstein wissen zwar, dass es viele Fördermöglichkeiten gibt, beklagen aber mangelnde Transparenz auf der Suche nach dem richtigen Förderinstitut und -programm. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Fachhochschule Kiel in Zusammenarbeit mit der studentischen Unternehmensberatung Stube Kiel gemacht hat. Auftraggeber waren das Wirtschaftsministerium und die Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH).
Weitere Ergebnisse der Untersuchung: Bei vielen jungen Unternehmen gebe es noch "Wissenslücken". So seien beispielsweise viele "produktverliebt" und würden deshalb davon ausgehen, dass sie kein großes Marketing machen müssten, so Susann Pöwe von der Stube Kiel. Zudem seien viele "beratungsresistent". Sie hätten Zweifel am Nutzen einer Beratung, sehen häufig nur die hohen Kosten eines Beraters.
Wie kann Beratung verbessert werden?
Für WTSH-Chef Bernd Bösche stellt sich daher jetzt die Frage, wie das Beratungsangebot des Landes verbessert werden kann. Eine Antwort darauf will die WTSH in einem Folgeprojekt mit der FH Kiel und der Stube Kiel finden.
Die haben bereits bei der Präsentation dieser ersten Untersuchung nach Lösungsansätzen gesucht. Einer davon könnte die Einrichtung eines so genannten Kompetenzzentrums in Kiel sein. Wichtig sei, dass es in diesem Kompetenzzentrum einen zentralen Ansprechpartner gebe, der jungen Firmen erste Auskünfte geben könne und spezielle Anfragen an Fachleute weiterleite.
Nach Ansicht der FH Kiel und der Stube Kiel sei es zudem wichtig, dass dieser Ansprechpartner über alle Kommunikationswege - Telefon, Homepage, E-Mail, Social Media - leicht zu finden und zu erreichen sei. Ein weiterer Lösungsansatz könnte sein, eine Gründerbörse ins Leben zu rufen, die ähnlich wie Partnerbörsen im Internet funktionieren. Zudem will die Stube Kiel in Zukunft mit den Mentoren für Unternehmen in Schleswig-Holstein kooperieren - eine Kooperation von jungen Studenten und erfahrenen Managern im Ruhestand.
(tnn, shz)

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