zur Navigation springen

Minijob und Ehrenamt : Jeder fünfte Polizist macht nach Dienstschluss einen Zweitjob

vom

Minijobs, Freiwillige, Feuerwehr, Übungsleiter im Sport - gewerbliche oder ehrenamtliche Nebentätigkeiten gehören für viele Polizisten dazu.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2017 | 12:19 Uhr

Kiel | Nach dem Dienst gehen viele Polizisten in Schleswig-Holstein noch längst nicht nach Hause. Mehr als jeder siebte von ihnen übt eine Nebentätigkeit aus: Nach Angaben des Landespolizeiamtes trifft dies auf rund 1200 der etwa 7900 Beamten zu. Die Palette reicht von Minijobs zur Gehaltsaufbesserung über Ehrenämter als Gemeindevertreter, Schöffen, Feuerwehrleute und THW-Helfer bis hin zu Trainerposten im Sport. Auch Lehrtätigkeiten an der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung in Altenholz bei Kiel oder an der Wasserschutzpolizei-Schule in Hamburg gehören dazu.

Wie hoch der Anteil derjenigen Polizisten ist, die zur Aufstockung ihres Einkommens Minijobs erledigen, konnte das Landespolizeiamtes nicht sagen. Solche Fälle seien auch eher individuell als strukturell begründet, meinte ein Sprecher. Als Beispiele nannte finanzielle Engpässe infolge von Scheidungen oder Kreditverpflichtungen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) macht aber geltend, infolge der Föderalismusreform von 2006 sei die Bezahlung der Beamten in Deutschland auseinandergedriftet. In der Besoldungsstufe A9 (Polizeikommissare und Polizeihauptmeister) verdienten Polizisten in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr fast 2300 Euro mehr als ihre Kollegen in Schleswig-Holstein und in Bayern gut 2900 Euro mehr, gab die GdP unter Berufung auf den Besoldungsreport des DGB an. In der Besoldungsstufe A13 (Erster Polizeihauptkommissar oder Polizeirat) seien es 3000 Euro mehr in Mecklenburg-Vorpommern und 5300 Euro mehr in Bayern - jeweils umgerechnet auf eine 40-Stunden-Woche. Im Norden arbeiten die Beamten 41 Stunden in der Woche.

„Da hilft die gute Luft in Schleswig-Holstein alleine auch nicht“, kommentierte der Geschäftsführende GdP-Landesvorsitzende Torsten Jäger. „Schleswig-Holstein befindet sich seit Jahren auf einem der hintersten Plätze im Länderranking beim Vergleich der finanziellen Aufwände für die innere Sicherheit und Polizei.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen