Arbeitsmarkt in SH : Interaktive Karte: So hat sich die Arbeitslosenzahl im Februar entwickelt

Die Arbeitsagentur veröffentlicht neue Arbeitsmarktdaten. shz.de zeigt die Daten auf Kreisebene.

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01. März 2017, 10:20 Uhr

Kiel/Hamburg | Die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein ist im Februar nur minimal angestiegen. Insgesamt waren 100.700 Männer und Frauen ohne festen Job, wie die Agentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte. Das waren gut 400 oder 0,4 Prozent mehr als im Januar.

Regionaldirektionschefin Margit Haupt-Koopmann machte bereits „Vorboten einer deutlichen Frühjahrsbelebung“ aus. „Diese positive Entwicklung verdanken wir sowohl dem milden Winter als auch den konjunkturell stabilen Rahmenbedingungen.“ Im Vergleich zum Februar 2016 sank die Zahl der Arbeitslosen um 4100 oder 4,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 6,6 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 6,9 Prozent.

Die niedrigste Quote bei den Kreisen hat aktuell Stormarn mit 3,8 Prozent, die höchste haben Dithmarschen und Nordfriesland mit je 7,8 Prozent. Bei den Städten bildet Neumünster mit einer Quote von 9,9 Prozent das Schlusslicht, Lübeck hat mit 9,1 Prozent die niedrigste Quote.

Die Arbeitslosenquote im Kreis-Vergleich:

Nach Angaben der Arbeitsagentur meldeten die Betriebe im Land im Februar 8000 offene sozialversicherungspflichtige Jobs, das waren 3000 oder 59,3 Prozent mehr als im Januar. „Speziell im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel sowie im Gast- und Baugewerbe bieten sich Einstiegschancen für Arbeitsuchende“, sagte Haupt-Koopmann. Zudem hielten viele Arbeitgeber ihr Personal. Sowohl im Vergleich zum Januar als auch zum Februar 2016 ging die Zahl der Arbeitslosmeldungen aus Erwerbstätigkeit zurück. Auch deshalb gab es die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem Februar seit 1993.

Arbeits-Staatssekretär Frank Nägele geht von einer kräftigen Frühjahrsbelebung aus. „Die positive Konjunkturentwicklung und der private Konsum lassen in den kommenden Monaten einen weiteren starken Rückgang der Arbeitslosigkeit erwarten“, sagte er. Besonders erfreulich sei der leichte Rückgang bei Langzeitarbeitslosen um 0,8 und bei Arbeitslosen ab 50 Jahren um 0,3 Prozent gegenüber dem Januar.

Der Hamburger Arbeitsmarkt hat sich im Februar ebenfalls kaum verändert. Insgesamt waren 72.027 Menschen in der Hansestadt arbeitslos, das waren 92 Personen oder 0,1 Prozent mehr als im Monat zuvor, teilte die Agentur für Arbeit mit. Die Arbeitslosenquote betrug unverändert 7,2 Prozent. Im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres hat sich die Lage auf dem Hamburger Arbeitsmarkt jedoch gebessert. Die Arbeitslosigkeit reduzierte sich um 1819 Personen oder 2,5 Prozent, die Quote ging um 0,3 Punkte zurück. Gleichzeitig stieg die Beschäftigung um mehr als 25.200 Arbeitnehmer oder 2,7 Prozent auf 948.700 Beschäftigte.

Woher kommt die Arbeitslosenstatistik?

Die Bundesagentur für Arbeit berechnet die registrierte Arbeitslosigkeit. Diese wird definiert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Die Arbeitslosenquote ist der Anteil der Arbeitslosen an der Gesamtzahl der sogenannten zivilen Erwerbspersonen, also aller Erwerbstätigen und Arbeitslosen zusammen.

Wer gilt als arbeitslos?

Man ist nicht einfach arbeitslos, nur weil man nicht arbeitet. Arbeitslos ist, wer weniger als 15 Stunden in der Woche arbeitet, aber mehr als 15 Stunden arbeiten will und jünger als das jeweilige Rentenalter ist. Unter registrierter Arbeitslosigkeit werden die Arbeitslosen gezählt, die arbeitslos gemeldet sind.

Wer gilt nicht als arbeitslos?

Nicht als arbeitslos gewertet werden

- Alle, die an Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit teilnehmen. Auch alle Arbeitslosen, die durch private Arbeitsvermittler betreut werden, werden nicht mehr in der offiziellen Arbeitslosenstatistik geführt.

- Langzeitarbeitslose, die in Zusatzjobs auf den „Ersten Arbeitsmarkt“ vorbereitet werden, also eine sogenannte Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung haben.

- Personen, die arbeitsunfähig erkrankt sind.

- Arbeitslose, die mindestens 58 Jahre alt sind und wenigstens zwölf Monate Hartz IV beziehen, ohne ein Jobangebot bekommen zu haben.

Was ist die Unterbeschäftigungsquote?

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches (SGB) gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsförderung oder kurzfristig erkrankt sind.

Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus drei Personengruppen:

  1. den Arbeitslosen nach § 16 SGB III,
  2. Teilnehmern an bestimmten Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik und
  3. Personen in bestimmten Sonderstatus (vor allem kurzfristig erkrankte Personen).
Wo kann man sich über Jobs im Norden informieren?

Stellenangebote gibt es

- in der Jobbörse der Agentur für Arbeit

- regional auf jobs.sh

- bundesweit auf Internet-Plattformen wie Monster.de oder Stepstone.de

 
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