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Augenklinik „Bellevue“ : Insolventer Augenarzt Uthoff verkauft Klinik in Kiel

vom

Die Klinik geht an eine Investorengruppe. Alle 160 Mitarbeiter werden weiter beschäftigt.

Kiel | Der insolvente Kieler Augenarzt Prof. Detlef Uthoff hat seine Kieler Augenklinik Bellevue an eine Investorengruppe um Operateure der Klinik verkauft. „Ich bin glücklich, dass die Augenklinik mit allen 160 Mitarbeitern fortgeführt wird“, sagte Uthoff am Dienstag. Sein Sprecher machte keine Angaben über die Höhe des Kaufpreises. Der Gläubigerausschuss stimmte dem Verkauf bereits einstimmig zu.

„Mit der neuen Gesellschaft wird eine Kontinuität für den erfolgreichen Klinikbetrieb möglich“, sagte Sachwalter Prof. Klaus Pannen. Er sprach von einer „Ideallösung“ für Patienten und Mitarbeiter. „Im Verlauf des Verfahrens ist es erfreulicherweise gelungen, einen höheren Kaufpreis als zunächst avisiert zu erzielen und damit die Insolvenzquote für die Gläubiger signifikant zu erhöhen.“ Eine neu gegründete Gesellschaft soll die von Uthoff 1985 aufgebaute Klinik zum 1. April übernehmen. Damit sind weder Uthoff selbst noch seine Familie an dem Haus beteiligt. Der Augenarzt ist dort nach Angaben eines Sprechers auch nicht tätig.

Uthoff streitet sich seit Jahren mit der Stadt Kiel um Steuerforderungen in Millionenhöhe. Die damalige Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke (SPD) hatte dem Mediziner 2013 Zinsen und Säumniszuschläge von 3,7 Millionen Euro erlassen. Dafür sagte er zu, 4,1 Millionen Euro an Gewerbesteuern abzustottern. Der Deal führte letztlich zum Rücktritt Gaschkes. Die Stadt nahm den Erlass später zurück.


Bei einer für Mittwoch geplanten Gläubigerversammlung im Kieler Amtsgericht will Uthoff beantragen, dass die bereits auf der Tagesordnung stehende Abstimmung über den Insolvenzplan verschoben wird. Anfang November war das Insolvenzverfahren gegen den Augenarzt eröffnet worden. Die Forderungen der mehr als 100 Gläubiger belaufen sich auf insgesamt rund 120 Millionen Euro. Darunter ist auch das Finanzamt Kiel mit bis zu 29 Millionen Euro. Diesen Anspruch ficht Uthoff vor Gericht an. Die Stadt Kiel hat einen rechtskräftigen Titel, um 7,8 Millionen Euro eintreiben zu können.„Der Verkauf an eine Gruppe erfahrener Operateure der Klinik sichert mein Lebenswerk und bietet den Mitarbeitern eine sichere Zukunft“, erklärte Uthoff. Der Erhalt von Klinik und Arbeitsplätzen sei immer sein wichtigstes Anliegen gewesen. Sein Generalbevollmächtigter Prof.

Rolf Rattunde bezeichnete den Verkauf als wichtigen Erfolg. „Er hat damit die Klinik und 160 Arbeitsplätze gerettet, die durch strittige Steuerforderungen gefährdet waren. Hätte die Stadt Kiel ihre Forderungen vollstreckt, wären Arbeitsplätze akut gefährdet gewesen.“

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erstellt am 24.Mär.2015 | 18:24 Uhr

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