Girls Day : Industrie wirbt um die Gunst der Damen

Katharina Peters aus Tetenbüll übte sich beim 'Girls Day 2005' im Schweißen. Foto: sh:z
Katharina Peters aus Tetenbüll übte sich beim "Girls Day 2005" im Schweißen. Foto: sh:z

Bei der Wahl des Ausbildungsplatzes stehen traditionelle Frauenberufe in der Gunst der Damenwelt ganz weit oben. Die Norddeutsche Industrie möchte genau das ändern.

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23. April 2008, 08:17 Uhr

Metall- und Elektrobetriebe, Energieversorger und Medienunternehmen sowie technische Universitäten in Norddeutschland bereiten sich auf den Besuch dutzender Schülerinnen vor. Beim "Girls Day" (Mädchenzukunftstag) am Donnerstag (24.4.) können sie sich über die Berufswelt informieren.
Die norddeutsche Metall- und Elektroindustrie kündigte vor dem Hintergrund des demografischen Wandels an, in den nächsten Jahren deutlich mehr Frauen beschäftigen zu wollen. In den Metallberufen waren 2007 nur rund sechs Prozent der Auszubildenden weiblich, in den Elektroberufen waren es knapp fünf Prozent, teilte der Arbeitgeberverband Nordmetall am Dienstag mit. "Schon im nächsten Jahr werden wir in einigen Regionen Norddeutschlands mehr Lehrstellen als Schulabgänger haben", berichtete Hauptgeschäftsführer Thomas Klischan. "Unsere Mitgliedsunternehmen brauchen jedes junge Talent, um ihre guten Positionen am Weltmarkt behaupten zu können."
Höhere Einkommen und bessere Aufstiegschancen
Noch immer stünden bei Mädchen die Berufe der Arzthelferin oder Friseurin ganz oben auf der Hitliste, monierte Klischan. "Die Metall- und Elektroindustrie aber bietet jungen Bewerberinnen höhere Einkommen und bessere Aufstiegschancen als viele traditionell weibliche Berufe." Auf diesen Vorteil wies auch die Vorsitzende des Landesfrauenrats Hamburg, Christa Randzio-Plath, hin. Sie forderte Unternehmer auf, Mädchen mehr "Schnupperpraktika" anzubieten.
Beim Energieversorger E.ON Hanse können rund 30 Schülerinnen im Alter von 13 bis 15 Jahren Technik ausprobieren. Sie lernen das Löten kennen und können am Standort Rendsburg einen elektronischen Würfel oder in Reitbrook ein Blinklicht bauen. "Bereits jetzt besteht ein Fachkräftemangel bei den Ingenieursberufen", begründete Personalvorstand Udo Bottländer das Werben um Frauen für technische Berufe. Die Technische Universität Harburg gibt Einblick in Forschungsstätten und Labore. In den Landesfunkhäusern des Norddeutschen Rundfunks in Hannover, Kiel und Schwerin werden mehr als 250 Mädchen - und auch Jungen - zu Gast sein.

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