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Bezahlung in Deutschland : In SH steigen die Löhne am langsamsten

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Das Land ist beim Gehaltsniveau sogar Schlusslicht in Westdeutschland. Nicht nur, weil die Unternehmen verunsichert sind.

shz.de von
erstellt am 31.Mär.2015 | 06:52 Uhr

Kiel | Bei der Entwicklung der Löhne gerät Schleswig-Holstein zunehmend ins Hintertreffen. Dies geht aus Zahlen der Statistikämter der Länder hervor. Demnach waren die durchschnittlichen Bruttolöhne im Land im vergangenen Jahr mit 27.836 Euro nicht nur die niedrigsten in ganz Westdeutschland, sondern wuchsen auch deutlich langsamer als die Bezahlung in allen anderen Bundesländern. Gerade einmal 1,9 Prozent betrug demnach das Plus gegenüber dem Vorjahr. 27 Prozent weniger als im Bundesvergleich.

Der Unternehmensverband Nord (UVNord) macht neben einer „moderaten klugen Tarifpolitik“ die Verunsicherung der Unternehmen im Land für die Zahlen verantwortlich. Das habe sich „auch auf die Löhne ausgewirkt“, so UVNord-Hauptgeschäftsführer Michael Thomas Fröhlich. Daneben sind dem Land zuletzt offenbar gut bezahlte Arbeitsplätze verloren gegangen. „Wir hatten 2013 und 2014 eine fortschreitende Deindustrialisierung“, gibt Fröhlich zu bedenken.   

Auch die Gewerkschaft sieht „Strukturwandel hin zu immer mehr Dienstleistungen und zu kleineren Betrieben“ als eine der Ursachen für das „niedrige Lohnniveau“. Daneben macht Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord (DGB Nord), aber auch die geringe Tarifbindung der Betriebe verantwortlich. Dabei warnt Polkaehn: „Nur wenn Beschäftigte ordentliche Löhne erwarten können, werden Facharbeiter auf Dauer zu halten sein.“ Die miese Bezahlung schädige die Wirtschaft im Norden nachhaltig. 

Besonders gravierend wird die Entwicklung im Land im Vergleich mit Hamburg. So führt die Hansestadt mit einem Brutto von 38.259 Euro das bundesweite Ranking an. Das durchschnittliche Gehaltsplus in Hamburg von 3,8 Prozent wird nur von Mecklenburg-Vorpommern (+3,82 Prozent) übertroffen.

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