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Mit interaktiver Karte : Immobilienatlas SH: Wohnen mit Meerblick an Nord-und Ostsee immer teurer

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Diese Preisspirale scheint endlos zu sein: Wer sich reif für die Insel fühlt, kann das in den eigenen vier Wänden nur mit reichlich finanziellen Reserven. Käufer suchen an Nord- und Ostsee zunehmend Alternativen.

Kiel | Wer aus seinem Haus aufs Meer schauen will, muss immer tiefer in die Tasche greifen. Die Preise für Häuser und Wohnungen an Nord- und Ostsee in Schleswig-Holstein sowie auf den Inseln sind in den vergangenen zwei Jahren weiter gestiegen. Der Immobilienatlas, den die Landesbausparkasse am Dienstag für dieses Segment vorstellte, bestätigte erneut Sylt als mit Abstand teuerstes Pflaster. Die Preiserhöhungen fielen aber nicht mehr überall so stark aus wie anderswo, weil Käufer zunehmend in der Nachbarschaft günstigere Alternativen zu den absoluten Toplagen suchen.

So schnellten die Häuserpreise auf Amrum - im Schnitt jetzt 5700 Euro pro Quadratmeter - am kräftigsten in die Höhe, seit 2011 um fast 58 Prozent, allein seit 2013 um 50 Prozent. St. Peter-Ording kam auf 47 Prozent seit 2011 und Föhr auf 41 Prozent. Einen ähnlichen Effekt wie für Sylt gibt es an der Ostsee für den Spitzenreiter Timmendorfer Strand: In vier Jahren stiegen die Preise um 29 Prozent im nahen Scharbeutz und um 40 Prozent in Travemünde. „Dabei gilt neben der Lage: Je besser die Verkehrsanbindung und die Infrastruktur ist, desto höher fällt der Quadratmeter aus“, sagte LBS-Vorstandschef Peter Magel. „Mit ganz wenigen Ausnahmen haben die Preise stark angezogen“, resümierte er.

Mit einem Quadratmeterpreis von durchschnittlich 18.793 Euro sind Ein- und Zweifamilienhäuser im Sylter Nobelort Kampen weiterhin am kostspieligsten. Es folgt Rantum mit 13.722 Euro. Dabei hat Kampen seit 2013 „nur“ um rund 1000 Euro zugelegt, Rantum um mehr als 3000 Euro. Ganz Sylt hatte bei einem Inseldurchschnitt von fast 9500 Euro nur noch ein minimales Plus von 0,2 Prozent, vor allem, weil List um 20 Prozent ins Minus rutschte. Auf Sylt sei eine gewisse Beruhigung eingezogen, sagte Magel. „Bei hochpreisigsten Lagen wird nicht mehr alles gezahlt.“ Einen Preisrückgang erwarte er dort aber nicht. „Es ist eben unheimlich viel Geld auf dem Markt.“

St. Peter-Ording verbucht seit 2013 einen Zuwachs um 27 Prozent auf 3341 Euro. An der Ostseeküste ist es zwar auch teurer geworden, aber dort ist es immer noch weit günstiger als in den besten Lagen an der Nordsee. Timmendorfer Strand führt die aktuelle Liste mit 3160 Euro an, vor Strande bei Kiel (2906) und Sierksdorf (2737). „Tendenziell holt die Ostseeküste auf, aber auf einem ganz anderen Niveau“, sagte Magel im Vergleich zu den Top-Lagen an der Nordsee.

Bei Eigentumswohnungen führt Kampen mit 11.355 Euro vor Rantum (8263) und Wenningstedt-Braderup (6847). An der Ostsee ist Timmendorfer Strand mit 3500 Euro (plus 19 Prozent seit 2013) vorn, vor Travemünde (2789 Euro/18 Prozent) und Scharbeutz (2784 Euro/22 Prozent). Zum Teil sind inzwischen Wohnungen teurer als Häuser. Abseits der besseren Lagen sind auch an Nord- und Ostsee noch bezahlbare Häuser oder Wohnungen zu bekommen.

Nach LBS-Einschätzung werden Immobilien am Wasser oder in Wassernähe auch in den nächsten Jahren stark begehrt bleiben. Magel erwartet eine zunehmende Suche in Regionen, in denen die Preise noch eher günstig sind. Generell sei das steigende Preisniveau zu einem guten Teil den historisch niedrigen Zinsen geschuldet, sagte Magel. „Freies Geld fließt in Betongold.“

Die LBS wird Magel zufolge das laufende Jahr mit dem besten Neugeschäft ihrer Geschichte abschließen. „Unser Geschäft brummt.“ Das Bausparen sei für viele derzeit ausgesprochen attraktiv. Die LBS erstellte die Studie zusammen mit dem Hamburger Forschungsinstitut F+B. Dafür wurden 7300 öffentlich zugängliche Immobilienangebote ausgewertet.

Die Immobilienpreise an Nord- und Ostsee in Schleswig-Holstein im Überblick (Quelle: LBS-Immobilienmarktatlas 2015):

In rot markierten Orten sind die Preise am höchsten, in grün markierten am niedrigsten, während Orte mit orangenen Markierungen im Mittelfeld liegen.

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erstellt am 06.Okt.2015 | 13:40 Uhr

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