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Wirtschaft : Immer mehr Spitzenverdiener in SH

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Zahl der Top-Verdiener ist in Schleswig-Holstein fast doppelt so schnell gestiegen wie im Bundesdurchschnitt. Doch es gibt Lücken in der Statistik.

Kiel | Über Geld spricht man nicht, lautet ein Sprichwort – das gilt auch bei den finanziellen Einkünften der Bundesbürger. Die Vorstandsgehälter von Deutschlands Dax-Managern werden in aller Regelmäßigkeit veröffentlicht. Und immer geht es dabei um sechs- und siebenstellige Summen. Einer Untersuchung zufolge lagen sie bei den Dax-Chefs zuletzt im Schnitt bei 5,3 Millionen Euro.

Doch über den normalen Spitzenverdiener von nebenan ist damit nur vergleichsweise wenig bekannt. Eine einheitliche Statistik fehlt. Sagen lässt sich aufgrund der wenigen Zahlen jedoch so viel: Es gibt immer mehr Top-Verdiener im Norden. Das belegen Zahlen des Landesfinanzministeriums sowie des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden, die dem sh:z vorliegen.

Um 17 Prozent legte so etwa Daten des Finanzministeriums in Kiel zufolge die Zahl jener zu, die in den vergangenen sechs Jahren steuerpflichtige Einkünfte von mehr als 500.000 Euro im Jahr erzielen. Zuletzt zählten 226 Menschen zwischen Nord- und Ostsee zu diesen Spitzenverdienern. Vor der Euro-Umstellung wurden über genau diese Erhebung noch die sogenannten Einkunftsmillionäre ausgewiesen. Wobei die Statistik des Ministeriums lediglich Einkünfte aus Kapitalvermögen, Vermietung oder eben regulären Beschäftigungsverhältnissen berücksichtigt. Ungezählt bleibt dabei, wer mit selbständiger Arbeit Hunderttausende oder Millionen im Jahr erwirtschaftet.

Doch auch in Erhebungen des Statistischen Bundesamtes, die diese Gruppe mit erfassen – wenngleich mit einem Nachlauf von vier Jahren – zeigt sich ein Anstieg. Demnach zählten die Experten in Wiesbaden 2003 noch 273 Schleswig-Holsteiner mit einem zu versteuernden Gesamteinkommen von mehr als einer Million Euro. 2009 waren es hingegen schon 436. Das entspricht einem Plus von 84 Prozent – die Zahl der Top-Verdiener ist damit zwischen Nord- und Ostsee auch schneller gestiegen als im benachbarten Hamburg (+57 Prozent) und fast doppelt so schnell wie der Bundesdurchschnitt. Für Deutschland insgesamt zählten die Experten aus Wiesbaden im Jahr 2003 nämlich 8511 Einkommensmillionäre. Sechs Jahre später waren es 12.424 – gut tausend davon hatten sogar Einkünfte von fünf Millionen und mehr pro Jahr zu versteuern. Das Gesamteinkommen der Top-Verdiener im Norden stieg innerhalb dieser Zeit von 753 Millionen Euro auf 1,1 Milliarden. Im Schnitt entfielen somit auf auf jeden dieser Spitzenverdiener ein Betrag von gut 2,5 Millionen.

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erstellt am 05.Mai.2014 | 07:18 Uhr

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